Gazastreifen
Netanjahu droht mit Ausweitung der Angriffe

Israel und militante Kämpfer liefern sich im Gazastreifen einen harten Schlagabtausch. Nach einer Entführung im Westjordanland spitzt sich die Lage somit weiter zu. Ein neues Gesetz könnte zur Eskalation beitragen.
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Tel Aviv/GazaDer israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine mögliche Ausweitung der Angriffe im Gazastreifen angedroht. „Die israelische Armee hat am Wochenende eine große Anzahl Ziele angegriffen, als Reaktion auf den Beschuss Israels aus dem Gazastreifen“, sagte Netanjahu am Sonntag während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. „Wir sind darauf vorbereitet, diese Operation notfalls auszuweiten.“ Netanjahu bekräftigte, die Palästinenserbehörde sei seit Bildung einer Einheitsregierung von Hamas und Fatah auch verantwortlich für Angriffe aus dem Gazastreifen.

Die israelische Luftwaffe flog in der Nacht als Reaktion auf Beschuss aus dem Gazastreifen mehrere Angriffe in dem Gebiet am Mittelmeer. Ein Kampfflugzeug habe am Samstagabend drei versteckte Raketenabschussvorrichtungen im Zentrum des Gazastreifens beschossen, teilte ein Sprecher der israelischen Armee mit. Zudem seien mehrere Waffenschmieden und Trainingsgelände in dem Küstenstreifen bombardiert worden.

Den Luftschlägen vorausgegangen waren nach Militärangaben sechs Raketenangriffe. In den vergangenen zwei Wochen waren demnach 25 aus dem Gebiet abgefeuerte Raketen auf israelischem Boden eingeschlagen.

Augenzeugen zufolge traf am Samstag eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete eine Fabrik in der südisraelischen Stadt Sderot. Aus dem Komplex stiegen hohe Flammen empor. Drei Menschen wurden mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, wie Rettungskräfte sagten. Vor Sonnenuntergang am Samstag hatten Kampfflugzeuge bereits vier Ziele im Gazastreifen angegriffen, ebenfalls nach Beschuss aus dem Gebiet.

Seit am 12. Juni drei israelische Teenager im Westjordanland entführt wurden, kommt es auch im Gazastreifen zu Angriffen von beiden Seiten.

Zu schweren politischen Spannungen dürfte auch ein neues Gesetz führen, das am Montag im Parlament in Jerusalem gebilligt werden soll. Es erlaubt die Zwangsernährung palästinensischer Häftlinge, sollte ihr Leben während eines Hungerstreiks in unmittelbare Gefahr geraten. Menschenrechtler und Ärzte kritisierten den Gesetzesentwurf als inhuman.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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