Gazastreifen
Palästinenser verbarrikadieren sich

In Erwartung des Einmarsches der israelischen Armee errichten Palästinenser derzeit Straßensperren im Gaza-Streifen. Panzer riegeln inzwischen das Gebiet ab. Extremisten riefen zur Generalmobilisierung ihrer Kämpfer auf - und lehnten die Freilassung des verschleppten israelischen Soldaten ab.

HB GAZA. Die Regierung Israels hat den Palästinensern mit einem Angriff gedroht, falls nicht bis Dienstag der verschleppte 19-jährige Unteroffizier Gilad Shalit übergeben wird. Ministerpräsident Ehud Olmert drohte mit einem umfassenden und langwierigen Militäreinsatz im Gazastreifen, aus dem Israel 2005 nach jahrzehntelanger Besatzung abgezogen war.

Außerdem kündigte Israel an, es werde ranghohe Vertreter der radikalen Hamas-Bewegung töten, auch den in Syrien lebenden Hamas-Anführer Chaled Meschaal. Medienberichten zufolge plant Israel zudem, die Lebensmittel-, Gas- Wasserversorgung des Gazastreifens zu unterbrechen.

Die Reaktion der Palästinenser: "Wir sind bereit jeder dummen Aktion der zionistischen Macht entgegenzutreten", sagte Abu Obeida, Sprecher des militärischen Flügels der Hamas."Wir sind vorbereitet und werden sie nicht mit Blumen begrüßen."

Die Gruppe "Komitees des Volkswiderstands", die den israelischen Soldaten nach eigenen Angaben entführt hat, erklärte heute, der Mann werde in einem "sicheren Platz" festgehalten - an dem die Israelis nicht finden könnten. Eine Freilassung des Soldaten lehnte die Gruppe ab. Die Forderungen der Gruppe seien klar: Israel müsse Frauen und Kinder aus dem Gefängnis befreien, sagte der Sprecher Mohammed Abdel Al.

Angehörige von palästinensischen Gefangenen in israelischen Haftanstalten verlangten bei einer Demonstration in Gaza einen Austausch des Israelis gegen ihre Ehemänner, Brüder, Väter und Freunde: „Kidnappt einen Soldaten und befreit hundert Gefangene“, skandierten die Menschen. „Ich rufe unsere Kämpfer auf, den Soldaten nicht gehen zu lassen, haltet ihn mit Zähnen und Klauen fest und befreit unsere Söhne“, sagte Ghalja Barud, deren Sohn Ibrahim als Mitglied der Extremisten-Gruppe Islamischer Dschihad seit 20 Jahren in Israel einsitzt.

Die Hamas und andere Extremisten-Gruppen haben in den vergangenen Jahren wiederholt damit gedroht, Israelis zu entführen, um sie als Druckmittel für die Freilassung palästinensischer Gefangener zu benutzen. Israel hält Tausende Palästinenser fest.

Die USA forderten beide Seiten zur Zurückhaltung auf. „Es sind jetzt wirklich Bemühungen notwendig, die Lage zu beruhigen“, sagte Außenministerin Condoleezza Rice. Jedoch deutete zunächst nichts auf eine Entspannung der Lage hin. Am Montagabend feuerten radikale Palästinenser erneut Raketen auf israelisches Gebiet ab, wie die Armee mitteilte. Dabei seien vier Menschen verletzt worden.

Israels Justizminister Haim Ramon lehnte jeden Gedanken an einen Gefangenentausch ab: „Wir bemühen uns, den Soldaten nach Hause zu holen. Wir haben aber keine Absicht, über einen Gefangenentausch zu verhandeln“, sagte er im Rundfunk.

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