Gazprom stoppt Lieferung
Ukraine bekommt kein russisches Gas mehr

Gazprom macht ernst: Keine Ware ohne Vorauszahlung – so lautet die Devise. Und da die Ukraine ihre Erdgaskäufe ausgesetzt hat, antwortet nun der russische Energieriese mit einem sofortigen Lieferstopp.
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Moskau
Russland hat die Gaslieferungen in die Ukraine mit sofortiger Wirkung gestoppt. Der russische Energiekonzern Gazprom teilte am Mittwoch mit, seit 10 Uhr (Ortszeit, 9 Uhr MESZ) seien die Lieferungen eingestellt. „Die Ukraine hat für die Gaslieferungen im Juli nicht gezahlt“, hieß es weiter. Ohne Vorauszahlungen aus der Ukraine werde es keine Lieferungen mehr geben.

Am Dienstag hatte die Ukraine angekündigt, sämtliche Erdgaskäufe in Russland auszusetzen. Damit reagierte Kiew auf das Scheitern der Preisverhandlungen am selben Tag in Wien, von denen sich die ukrainische Regierung eine Fortsetzung der Gaslieferungen für die kommenden drei bis sechs Monate erhofft hatte. Das ukrainische Unternehmen Naftogaz erklärte jedoch, dass es das russische Erdgas weiterhin durch die Ukraine an europäische Kunden leiten werde.

Die Entwicklung des Gaspreises für die Ukraine seit 2006
Preise je 1000 Kubikmeter Gas in US-Dollar


( mit der Maus über die Grafik fahren)


Russland hatte einen Rabattpreis von 247,18 US-Dollar (221 Euro) je 1000 Kubikmeter Gas vorgeschlagen. Die Ukraine forderte noch stärkere Preisnachlässe. Konkret will die Ukraine Gas zu billigeren Preisen von anderen europäischen Ländern aufkaufen, die ihrerseits von Russland beliefert werden, beispielsweise aus der Slowakei. Russland bezeichnete diesen Wiederverkauf allerdings als illegal. Der Gasverbrauch in der Ukraine ist in dieser Jahreszeit niedrig. Das gibt dem Land Zeit, um über bessere Konditionen zu verhandeln.

Ukraine
Gaspreise für russisches Gas

US$ je 1000 Kubikmeter


Wegen des Gaspreises ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Konflikten zwischen Russland und der Ukraine gekommen. Durch die russische Annexion der Krim und die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten in der Ostukraine sind die Beziehungen zusätzlich angespannt.





afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gazprom stoppt Lieferung: Ukraine bekommt kein russisches Gas mehr"

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  • "Reverse Flow" eröffnete neue Geschäftsmodelle

    Besonders osteuropäische Länder wie die Slowakei und Bulgarien sind auf russisches Gas angewiesen. Deshalb wurde damit begonnen, als Absicherung das Röhrennetz zwischen den EU-Staaten für gegenseitige Hilfslieferungen auszubauen. Mehr noch: Vor allem wurden Netz und Pumpstationen so aufgerüstet, dass Gas auch von West nach Ost fließen konnte und so selbst die Ukraine mitversorgt werden konnte. Dieser sogenannte "Reverse Flow" eröffnete neue Geschäftsmodelle.

    Einen Anreiz gibt es dafür schon allein, weil mehrere EU-Staaten niedrigere Preise als die Ukraine zahlen. So nahm 2014 auch der deutsche RWE -Konzern Lieferungen in die Ukraine auf. Woher das Gas kommt, bleibt offen: Letztlich könnte dieses Gas aus Sibirien stammen.

    http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wirtschaft/d/6404870/das-raetsel-um-die-verschwundenen-gas-reserven.html

  • @Frau Andrea Merker: Dem ist nichts hinzu zu fügen!

  • @Herr Vitto Queri

    Ich denke Frau Merkel wird ihren Faschistenfreunden und ihrem Schokoprinzen direkt beistehen und deutsches Steuergeld nach Moskau schieben. Der Gashahn öffnet sich dann wieder in Richtung Ukraine.

    Sie wartet nur noch auf den entsprechenden Befehl aus Washington.

    Herr Schäuble darf diese Abbuchungen dann kreativ in irgendeinen Pseudosonderhaushalt einstellen.

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