Gebäude wurde zerstört
Bagdad: Uno-Sonderbeauftragter bei Anschlag getötet

Bei einem Bombenanschlag auf das Uno-Hauptquartier in Bagdad sind am Dienstag der angesehene Uno-Sonderbeauftragte Sergio Vieira de Mello und mindestens 16 weitere Menschen getötet worden. Es war der schwerste Anschlag auf ein Gebäude der Uno in ihrer Geschichte.

Reuters BAGDAD/NEW YORK. Mindestens 86 Mitarbeiter der Uno seien schwer und weitere 22 leicht verletzt worden, sagte ein Sprecher der Vereinten Nationen (Uno). Ein US-Sprecher sagte, die Bombe habe sich in einem Lastwagen befunden und es gebe Hinweise darauf, dass es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt habe. Rettungskräfte arbeiteten bis in die Nacht bei der Suche nach Überlebenden. Die Uno nannte den Anschlag einem schweren Rückschlag für ihre Arbeit, bekundete zugleich aber ihre Entschlossenheit, sich weiter am Wiederaufbau des Landes zu beteiligen.

„Ich sah Beine, Arme, verkohlte Überreste ... es waren mindestens drei Tote genau dort“, sagte der Journalist Grant Hodgson und zeigte auf den Krater. Er hatte zum Zeitpunkt der Detonation an einer Konferenz in dem Gebäude teilgenommen. US-Soldaten geleiteten benommene und blutende Menschen aus dem Haus. Einige von ihnen wurden mit Tragen zum Abtransport zu Hubschraubern gebracht. Ein Pförtner - sein Gesicht aschfahl, seine Hände blutbefleckt - sagte, er habe versucht zu tun, was er konnte. Viele der rund 300 Angestellten saßen am Abend noch in dem Gebäude fest. Die Weltbank in Washington teilte mit, vier ihrer Mitarbeiter und ein Berater der Organisation würden vermisst.

Durch die Wucht der Explosion wurde eine Seite des Gebäudes völlig verwüstet. Ein Uno-Sprecher sagte: „Alles geschah direkt unter dem Fenster von Sergio Vieira de Mello. Ich glaube, es war das Ziel. Sein Büro und die darum herum gibt es nicht mehr - alles liegt in Trümmern.“ Der 55-jährige Brasilianer war der Uno zufolge stundenlang in den Trümmern des Gebäudes eingeschlossen, bevor er seien Verletzungen erlag. Er hatte sich in seiner 35- jährigen Arbeit für die Uno insbesondere für die Menschenrechte verdient gemacht und galt als Anwärter auf den Posten als Generalsekretär. Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva ordnete zum Gedenken eine dreitägige Staatstrauer an.

Uno will Arbeit im Irak fortsetzen

Mitarbeiter der Uno am Hauptquartier in New York weinten, als im Fernsehen Bilder aus Bagdad gezeigt wurden. Die Fahne der Uno wurde auf Halbmast gesetzt. Er hoffe, dass die Verantwortlichen schnell zur Rechenschaft gezogen würden, sagte Uno-Generalsekretär Kofi Annan. Der syrische Vorsitzende des Sicherheitsrates, Faissal Mekdad, verlas eine Erklärung des Gremiums: „Solche Terrorakte können nicht den Willen der internationalen Gemeinschaft brechen, ihre Anstrengungen zur Hilfe des irakischen Volkes weiter zu intensivieren.“

Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. US-Präsident Bush machte Anhänger des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein für die Tat verantwortlich. „Diese Mörder werden nicht die Zukunft Iraks bestimmen“, sagte er. „Die zivilisierte Welt wird sich nicht einschüchtern lassen.“ Der Anschlag zeige, wie verzweifelt Saddams Anhänger seien. Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach von einem verbrecherischen Anschlag, „ausgeübt offenbar von Kräften, die nicht wollen, dass im Irak der Aufbau in Frieden und Freiheit gelingt.

Die US-geführten Truppen im Irak kämpfen seit dem von Bush am 1. Mai erklärten Ende der Hauptkriegshandlungen gegen einen offenbar organisierten Widerstand. Am 7. August war mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen ein Anschlag auf die jordanische Botschaft in Bagdad verübt worden, bei dem mindestens 17 Menschen starben. Auch damals gab es kein Tatbekenntnis einer Gruppe.

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