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11.07.2008 
Konferenz in Brüssel

Geberländer versprechen Kosovo Milliarden-Hilfe

Das seit Februar von Serbien unabhängige Kosovo soll mit 1,2 Milliarden Euro Hilfsgeldern beim Aufbau des Landes unterstützt werden. Diese Summe sei auf der Geberkonferenz der Europäischen Union, der USA und anderer Länder in Brüssel zusammengekommen, erklärte ein Vertreter der EU-Kommission am Freitag.

Kosovos Ministerpräsident Hashim Thaci  will das Land zu einer Erfolgsgeschichte machen. Foto: dpaLupe

Kosovos Ministerpräsident Hashim Thaci will das Land zu einer Erfolgsgeschichte machen. Foto: dpa

HB BRÜSSEL. Die EU sagte 500 Millionen Euro zu. Deutschland gibt zusätzlich 100 Millionen und ist damit nach den USA, die 400 Millionen Euro beisteuern, zweitgrößter Einzelgeber. Diplomaten zufolge beteiligt sich etwa die Hälfte der 27 EU-Länder an der finanziellen Unterstützung.

Das Kosovo mit seinen zwei Millionen Einwohnern hatte sich im Februar trotz erbitterten Widerstands der serbischen Regierung für unabhängig erklärt. Inzwischen ist es als eigenständiges Land von mehr als 40 überwiegend westlichen Staaten anerkannt worden. Die internationalen Finanzhilfen sollen nun ein erster Schritt zum Aufbau der brachliegenden Wirtschaft sein. Die Regierung des Kosovo hat dafür einen Investitionsplan erarbeitet.

Den Finanzbedarf von 2009 bis 2011 hatte das Kosovo auf 1,4 Milliarden Euro beziffert. Ministerpräsident Hashim Thaci sagte bei der Konferenz, sein Land - der ärmste Teil des ehemaligen Jugoslawien - könne jetzt zu einer wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte werden. "Diese Geberkonferenz wird positiv sein für alle Bürger." Auch die serbische Minderheit unter den Albanern werde daran teilhaben.

Das Kosovo ist ohne internationale Hilfe wirtschaftlich nicht überlebensfähig. Es leidet noch immer unter der Zerstörung des Krieges Ende der 90er Jahre, Korruption und einer Arbeitslosenquote von 40 Prozent. Ein großer Teil der Hilfsgelder wird gebraucht, um die von Jugoslawien geerbten Schulden zu tilgen. Zu den Schwerpunkten der deutschen Zusammenarbeit zählen die Bereiche Energie, Erziehung und die Reform der Verwaltung.

Die Rechtsstaatsmission der EU, bei der rund 1900 Polizisten, Juristen und Verwaltungsexperten beim Aufbau des Staates helfen sollen, kommt wegen des Streits über das Kosovo in den Vereinten Nationen nicht voran. Serbien fordert die Rückkehr der Provinz und wird dabei von Russland unterstützt.

Die EU kann deshalb nicht so schnell wie geplant die Zivilverwaltung des Kosovo von der Uno übernehmen. Russland wird wahrscheinlich auch die Aufnahme des Kosovo in internationale Organisationen wie die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds blockieren, die die Regierung jetzt Thaci zufolge beantragt hat.

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