Gedenkfeiern anlässlich des D-Day
Bush und Chirac beschwören westliche Allianz

US-Präsident George W. Bush und Frankreichs Präsident Jacques Chirac haben am 60. Jahrestag der Alliierten-Landung in der Normandie die Bedeutung der transatlantischen Gemeinschaft beschworen. An den Feiern der Alliierten nahm mit Gerhard Schröder erstmals auch ein deutscher Bundeskanzler teil.

HB ARROMANCHES. Bei Gedenkfeiern in der Normandie bekannten sich Bush und Chirac am Sonntag zur engen Partnerschaft ihrer beiden Länder, die im vergangenen Jahr durch Konflikte in der Irak-Politik belastet worden war. Während der zentralen Feier in Arromanches sagte Chirac: „Frankreich wird nie vergessen, was es Amerika schuldet, seinem standhaften Freund und Verbündeten.“ Bush sagte auf dem Soldatenfriedhof von Colleville: „In den Prüfungen und Opfern des Krieges wurden wir untrennbare Verbündete.“ Chirac gelobte: „Amerika bleibt unser ewiger Verbündeter.“ An den zahlreichen Feiern zum Gedenken an die Landung alliierter Truppen am 6. Juni 1944 nahmen Staats- und Regierungschefs aus 17 Ländern teil, darunter Schröder. Er sagte, als Lehre aus dem Krieg sei Deutschland bei Militäreinsätzen zurückhaltend.

Die Gedenkfeiern fanden bei strahlendem Wetter an oder nahe den Strandabschnitten statt, an denen die Alliierten am 6. Juni 1944 landeten. An den Feiern nahmen zahlreiche, oft ordensgeschmückte Veteranen des 2. Weltkriegs teil, die beim Abspielen der Hymnen ihrer Länder salutierten. Die Teilnehmer wurden mit Salutschüssen begrüßt. Sie erhoben sich zu einer von Trommeln und Trompetenklängen untermalten Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer. Vor der Küste und in der Luft wurden historische Marineschiffe und Flugzeuge der Typen gezeigt, die im 2. Weltkrieg eingesetzt wurden; moderne Kampfflugzeuge zeichneten die Farben der Trikolore an den Himmel. Eine Vorführung aus Video und Musik zeichnete Ereignisse des 2. Weltkriegs nach.

Die Landung der Alliierten, die als Beginn der Wende des 2. Weltkriegs in Westeuropa gilt, wurde in zahlreichen Feiern an verschiedenen Denkmälern und Friedhöfen, bei einem Mittagessen der Staatschefs in Caen und mit einer Zeremonie in Arromanches nahe der Küste begangen. Zu den Teilnehmern gehörten die britische Königin Elizabeth II., Premierminister Tony Blair und Russlands Präsident Wladimir Putin. Die Feiern fanden unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Bush und Chirac dankten den alliierten Soldaten für ihren heldenhaften Einsatz zur Befreiung Europas. Bush sagte: „Unsere große Allianz ist stark und wird heute immer noch gebraucht.“ Chirac sagte: „Wie allen Ländern Europas ist sich Frankreich sehr bewusst, dass die atlantische Allianz angesichts neuer Bedrohungen ein fundamentales Element unserer kollektiven Sicherheit bleibt.“ Mit Blick auf die amerikanischen Gefallenen sagte er: „Sie sind jetzt auch unsere Söhne.“

Weder Bush noch Chirac erwähnten das Thema Irak in ihren Reden. Es war erwartet worden, dass Bush wie in früheren Reden eine Parallele zwischen dem Kampf um die Befreiung des von Deutschland besetzten Europas mit dem Kampf gegen Terror ziehen würde. Die unterschiedlichen Auffassungen zwischen Bush und Chirac waren nur in verschiedenen Akzenten ihrer Reden zu erkennen. Chirac sagte, die Folge müsse eine Botschaft des Friedens sein. Mit Blick auf die entscheidende Rolle der USA bei der Befreiung Frankreichs von der deutschen Besatzung betonte Bush die Bereitschaft der USA zum Kampf um Freiheit: „Amerika würde es wieder tun für unsere Freunde.“

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