Gedenkmarsch in Paris: Wo ist Obama?

Gedenkmarsch in Paris
Wo ist Obama?

Die Herrscher der Welt treffen sich in Frankreich, um den Opfern der Terroranschläge in Paris zu gedenken. Doch ein wichtiger fehlt: US-Präsident Barack Obama. Warum konnte er nicht an dem Trauermarsch teilnehmen?
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New YorkFrankreich gehört zu den stärksten und ältesten Verbündeten Amerikas. Auch im Kampf gegen den Terror. Doch obwohl US-Präsident Barack Obama den Anschlag auf die Redaktion des Magazins Charlie Hebdo in Paris verbal auf Schärfste verurteilte, war er am Sonntag demonstrativ abwesend.

Dabei hatte er noch am Freitag bei einem Auftritt in Knoxville in Tennessee betont: „Ich will, dass die Menschen in Frankreich wissen, dass wir immer an ihrer Seite stehen, heute und morgen.“ Aber offenbar zumindest nicht am Sonntag, als sich mehr als 40 Staatschefs, darunter die wichtigsten europäischen Staatsoberhäupter, zum Marsch gegen den Terror getroffen hatten.

Und während sich niemand wirklich fragte, warum Wladimir Putin nicht gekommen war, wurde die Abwesenheit des mächtigsten Manns der westlichen Welt zur Kenntnis genommen. Das Weiße Haus hatte im Vorfeld lediglich bestätigt, dass Obama nicht anreisen werde. Genaue Gründe dafür wurden nicht genannt.

Vielleicht haben Obama und seine Berater die Gewalt der Demonstration von über einer Million Menschen schlicht hoffnungslos unterschätzt. Selbst im US-Fernsehen am Sonntag dominierten eindrucksvolle Bilder der Massenkundgebung weite Teile des Morgenfernsehens. Es wäre sicherlich eine gute Gelegenheit, um weltweite Führungsstärke zu zeigen und zu belegen, warum sich die Welt unter der Führung der USA zum Kampf gegen Terror und Unfreiheit zusammenschließen sollte.

Doch als Politiker aus Israel und Palästina, den arabischen Emiraten und Großbritannien, Deutschland und der Ukraine Arm in Arm marschierten, fehlte der Präsident der einzigen Supermacht der Welt. Auch Vize-Präsident Joe Biden fand keine Zeit, ebenso Außenminister John Kerry.

Eric Holder, bereits praktisch verabschiedeter Generalstaatsanawalt, vertrat die USA und lud seinerseits zu einem Treffen in Washington am 18. Februar ein. Am Marsch selbst hat sich Holder laut Foxnews.com nicht beteiligt. Er beließ es bei Interviews mit US-TV-Sendern wie ABC, wo er laut Redemanuskript darauf hinwies, dass es noch keine gesicherten Hinweise auf Gruppierungen gebe, die hinter den Anschlägen stehen könnten.
Barack Obama hat derweil andere Verpflichtungen: Sein Terminkalender sieht für Montag den Empfang des siegreichen NBA-Basketballteams „San Antoino Spurs“ im Weißen Haus vor.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Früher hatte Obama das Gespür für den richtigen Auftritt - heute hat er es nicht mehr!

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