Gefährlich hoher Blutdruck
Prozess um Milosevic wird überprüft

Die angeschlagene Gesundheit des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic zwingt die Richter des Uno-Tribunals zu einer „radikalen Überprüfung“ des seit zwei Jahren laufenden Kriegsverbrecherprozesses.

dpa DEN HAAG. Dabei müssten vor allem die chronischen Erkrankungen des an Bluthochdruck leidenden Angeklagten berücksichtigt werden, kündigte das Gericht am Montag an. Die Fortsetzung des Prozesses nach mehr als viermonatiger Pause wurde deshalb nach kurzer Debatte vertagt. Am Dienstag wollen die drei Richter mitteilen, wann und wie das Verfahren mit der Verteidigung von Milosevic weitergehen soll.

Ärztliche Gutachten, in denen Milosevic gefährlich hoher Blutdruck und Verhandlungsunfähigkeit bescheinigt wurden, beherrschten die knapp einstündige Verhandlung. Dabei protestierte der 62-jährige Milosevic dagegen, dass ihn das Gericht trotz der Gutachten aus dem Untersuchungsgefängnis in den Gerichtssaal hatte holen lassen. Dass die Richter dennoch am festgelegten Termin 5. Juli zur Erörterung administrativer Fragen festhielten, verglich Milosevic mit Methoden der spanischen Inquisition im Mittelalter. Ärzte hatten mitgeteilt, er benötige angesichts des hohen Blutdrucks dringend Ruhe, mindestens bis zum 9. Juli.

In ihren Gutachten wiesen die Ärzte darauf hin, dass sich der Zustand von Milosevic unter Stress-Situationen immer wieder drastisch verschlechtern könne. Da sich der einstige starke Mann des Balkans auf eigenen Wunsch allein verteidigt, müsste das Verfahren dann immer wieder unterbrochen werden.

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