Gefängnis gestürmt
Aufruhr in Usbekistan

In der usbekischen Stadt Andishan haben mutmaßliche islamische Extremisten ein Gefängnis gestürmt und etwa 60 Häftlinge befreit. Bei Auseinandersetzungen sollen mehrere Menschen getötet worden sein. In der Taschkent vereitelten Wachmänner ein Selbstmordattentat vor der israelischen Botschaft.

HB TASCHKENT. "Ich habe drei Leichen gesehen, zwei Männer und eine Frau, und es waren Menschenmassen im Zentrum der Stadt", sagte ein Augenzeuge. Es seien Schüsse zu hören, mindestens drei Autos seien ausgebrannt und auf den Fußgängerwegen sei Blut zu sehen gewesen.

Anwohner berichteten, eine Gruppe von etwa 35 Rebellen habe in der Nacht ein Gefängnis in der Stadt gestürmt und Insassen befreit. Eine Stellungnahme der Behörden dazu lag zunächst nicht vor. Die ganze Nacht über seien in der Stadt Andischan Schüsse zu hören gewesen, berichtete das "Zentralasiatische Informationszentrum" auf seiner Website. Nach offiziellen Angaben der Präsidialverwaltung wurden bei dem Aufstand mindestens neun Menschen getötet. Außerdem seien bei den Feuergefechten 34 Menschen verletzt worden.

Die Stadt Andischan liegt im Fergana-Tal an der Grenze zu Kirgisien, das seit Jahren Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen mit militanten Islamisten ist. Bis Ende der 1990-er Jahre hatten sich Radikale im Länder-Eck Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisien wiederholt Gefechte mit Regierungstruppen geliefert und sich dann mit Geiseln im abgelegenen Fergana-Tal verschanzt.

Unruhen gab es auch In der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Dort erschossen Wachmännser einen Selbstmordattentäter. Das israelische Außenministerium teilte mit, der Mann sei unterwegs zu einem Anschlag vor der israelischen Botschaft gewesen.

Die Wachmänner seien wegen seines verdächtigen Verhaltens auf ihn aufmerksam geworden. Später sei ein Sprengstoff-Gürtel bei ihm gefunden worden, meldete der israelische Rundfunk.

Bereits im vergangenen Sommer waren bei fehlgeschlagenen Angriffen auf die Botschaften Israels und der USA in Taschkent drei usbekische Staatsbürger getötet worden. Israel hatte daraufhin erhöhte Sicherheitsmaßnahmen angeordnet.

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