Gefahr durch Osteuropa
IWF-Chef unterstützt Euro-Zonen-Anleihe

Die Idee einer gemeinsam von allen Euro-Staaten ausgegebenen Staatsanleihe stößt beim Internationalen Währungsfonds (IWF) aus Zustimmung: Das sei der richtige Ansatz, um die Wirtschaftskrise zu bekämpfen, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Samstag.

HB ROM. Eine Euro-Zonen Anleihe würde die Bonität von schwächeren EU-Staaten wie Griechenland, Irland oder Italien stützen, die in der Finanzkrise massiv unter Druck geraten sind und deutlich höhere Zinsen für ihre Staatsanleihen bezahlen müssen. Deutschland lehnt den Vorschlag bisher ab. Italiens Wirtschafsminister Giulio Tremonti sagte auf der gemeinsamen Pressekonferenz in Rom, er sehe immer mehr politische Unterstützung für eine Euro-Zonen Anleihe.

Strauss-Kahn warnte, dass sich die Wirtschaftskrise durch die angespannte Lage in Osteuropa weiter zuspitzen könnte. Er sehe ein hohes Risiko, dass die Wirtschaft in der Eurozone 2009 stärker schrumpft als bisher angenommen. Derzeit geht der IWF von einem Minus von zwei Prozent aus. Angesichts der Währungskrise und den Leistungsbilanzdefiziten in vielen Schwellenländern sei in den kommenden Wochen eine "erhöhte Wachsamkeit" nötig, mahnte der IWF-Chef.

Die Staaten der Euro-Zone würden bei einer gemeinsamen Anleihe von der guten Bonität Deutschlands profitieren, dem am Kapitalmarkt seine Stellung als größter Emittent von Staatsanleihen erstklassiger Sicherheit zugutekommt. Für Deutschland würde sich die Kapitalaufnahme aber womöglich verteuern, weil eine gemeinsame Anleihe unterm Strich voraussichtlich schlechtere Bedingungen mit sich bringt als ein rein deutsches Angebot.

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