Gefahr für Weltwirtschaft: G8 besorgt wegen steigender Energiepreise

Gefahr für Weltwirtschaft
G8 besorgt wegen steigender Energiepreise

In Moskau betonten die G8-Finanzminister ihre Sorge um die weiter steigenden Energiepreise. Besonders appellierten sie an den Öl- und Gasförderer Russland, sich für faire Preise und sichere Versorgung einzusetzen. Russland selbst hat besonders mit seinem Erdgas noch große Pläne.

MOSKAU. Europa wird künftig stärker mit den USA um Energielieferungen aus Russland konkurrieren müssen. Der Kreml strebe den Aufbau eines Weltmarktes für Erdgas an, erklärte Finanzminister Alexej Kudrin am Samstag nach einem Treffen mit seinen Kollegen der G8-Gruppe in Moskau. Zu diesem Zweck will Russland als Alternative zum nur für Europa bestimmten Pipeline-Gas auch größere Kapazitäten an Flüssiggas aufbauen. Die Gaspolitik Russlands war ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt, nachdem sich Russland und die Ukraine Anfang des Jahres einen erbitterten Streit über Gaspreise geliefert hatten. Zeitweilig war dadurch der Gastransport von Russland nach Europa eingeschränkt.

Die Finanzminister Deutschlands, Englands, Frankreichs, Italiens, Japans, Kanadas, Russlands und der USA unterstrichen zum Ende des Moskauer G8-Finanzministertreffens ihre Sorge, dass die stark steigenden Energiepreise ein großes Risiko für die sich ansonsten erfreulich entwickelnde Weltwirtschaft seien. „Wenn es eine Gefahr für die Weltwirtschaft gibt, dann ist es die Energiepreisentwicklung und die Frage ausreichender Energiemengen“, sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Russland sei als weltgrößter Öl- und Gasförderer dazu prädestiniert, den Dialog in Energiefragen mit dem Ziel fairer Preise und der Erhöhung der Versorgungssicherheit anzuführen. Zugleich nahm Steinbrück den Verbrauchern die Hoffnung auf sinkende Benzinpreise: „Ich bin dagegen, die staatlichen Ölreserven zur Preisglättung einzusetzen“, so der SPD-Politiker. Freie Marktkräfte würden dafür sorgen, dass Brennstoffe effizienter eingesetzt würden und alternative Energieträger verstärkt zum Einsatz kämen.

Sein russischer Kollege Kudrin machte den Konsumenten insoweit Hoffnung, als Russland mit der Erschließung des gewaltigen Schtokman-Gasvorkommens im Eismeer seine Erdgasförderung bis 2010 um 90 Mrd. Kubikmeter jährlich steigern werde. Zugleich warb er dafür, neue Pipelines für den Gastransport zu bauen – aber auch Verflüssigungsanlagen für Erdgas in Russland. Dann könnte Gas auch in die USA gebracht werden und es entstehe „ein Weltmarkt für Erdgas“.

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