Gefangenen-Misshandlung
Britische Soldaten wegen Kriegsverbrechen im Irak angeklagt

Drei britische Soldaten kommen wegen Kriegsverbrechen im Irak vor Gericht. Es ist das erste Verfahren in Großbritannien, das sich mit der Misshandlung von Gefangenen beschäftigt. Weitere Dutzende Fälle werden noch geprüft.

HB LONDON. Die drei Soldaten würden auf Basis der Gesetze zum Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) von 2001 angeklagt, der Prozess solle ihnen jedoch in London und nicht am Sitz des ICC in Den Haag gemacht werden.

Einem der Soldaten wird die Folter und Tötung eines irakischen Gefangenen vorgeworfen, der sich 2003 im südirakischen Basra in britischem Gewahrsam befand. Die beiden anderen Armee-Angehörigen sollen im September 2003 irakische Zivilisten misshandelt haben.

Acht weiteren Soldaten, denen ebenfalls die Misshandlung irakischer Gefangener zur Last gelegt wird, müssten sich vor britischen Militärgerichten verantworten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ihnen werde der Prozess nach britischem Recht gemacht. Termine für die Verfahren seien noch nicht festgelegt worden.

Großbritannien, engster Verbündeter der USA im Irak-Krieg, prüft derzeit Dutzende Fälle, in denen Iraker von britischen Soldaten getötet oder verletzt worden sein sollen.

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