Gefangenenaustausch
Israel akzeptiert deutschen Vorschlag

Israel hat laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen deutschen Vorschlag zum Gefangenenaustausch mit der radikal-islamischen Hamas akzeptiert.
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JerusalemNetanjahu sagte heute während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem: „Es ist ein schwieriger Vorschlag, er ist nicht leicht für den Staat Israel.“ Dennoch habe man ihn angenommen. Der Ministerpräsident nannte keine Einzelheiten und es ist unklar, ob es sich um einen neuen Vorschlag handelt. Deutschland ist seit einigen Jahren an den Bemühungen zur Vermittlung zwischen Israel und der Hamas beteiligt.

Der israelische Soldat Gilad Schalit war am 25. Juni 2006 von militanten Palästinensern in den Gazastreifen verschleppt worden. Während seiner Gefangenschaft durfte er nur drei Briefe, eine Audio- und eine Videobotschaft an seine Familie übermitteln. Seit Anfang Oktober 2009 fehlt jedes Lebenszeichen.

Der deutsche Vorschlag schaffe eine Balance zwischen „unserem Willen, die Freilassung Gilad Schalits zu erzielen und auf der anderen Seite eine mögliche Schädigung des Lebens und der Sicherheit israelischer Bürger zu verhindern“, sagte Netanjahu. Die im Gazastreifen herrschende Hamas habe auf den Vorschlag noch nicht reagiert, sagte der Regierungschef. Hamas hatte gestern ihre Forderung bekräftigt, den heute 24-jährigen Soldaten nur im Austausch gegen 1000 in Israel inhaftierte Palästinenser freizulassen.

Die Familie Schalits bemüht sich mit immer neuen Protestaktionen um seine Freilassung. Am Samstag ketteten sich die Eltern Noam und Aviva sowie der Bruder des Soldaten an den Zaun vor dem Amtssitz Netanjahus in Jerusalem. Auf einer Pressekonferenz am Sonntag rief die Familie Israelis auf, per SMS für einen Gefangenenaustausch zu stimmen. „Sie haben kein Mandat, eine Todesstrafe gegen meinen Sohn zu verhängen“, sagte Noam Schalit an Netanjahu gerichtet.

Schalits Aufenthaltsort ist unbekannt. Die Hamas verweigert selbst Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) den Zugang. Sie befürchtet, dass Israel mit Hilfe der KRK-Mitarbeiter den Aufenthaltsort Schalits ermitteln und ihn dann befreien könnte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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