_

Gefangenenaustausch: Israelischer Soldat Schalit ist frei

Der spektakuläre Gefangenenaustausch in Nahost hat begonnen: Der israelische Soldat Gilad Schalit ist bereits in Ägypten. Im Gegenzug hat Israel angefangen, 477 palästinensische Gefangene freizulassen.

Tel Aviv / GazaEin Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu teilte mit, der israelische Soldat Gilad Schalit befinde sich schon in Ägypten. „Gilad Schalit ist nun in ägyptischen Händen“, verbreitete Ofir Gendelman über Twitter. 

Anzeige

Eine israelische Armeesprecherin wollte dies noch nicht bestätigen. Auch israelische Medien berichteten aber, der 25-Jährige sei schon im ägyptischen Teil des Grenzübergangs Rafah. Er solle in Kürze zum Grenzübergang Kerem Schalom nach Israel gebracht werden.  

Israel begann unterdessen am Morgen mit der Übergabe von 477 palästinensischen Gefangenen an Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Ein Bus mit palästinensischen Häftlingen fuhr am Morgen zum Übergang Beitunia im Rande des Westjordanlands. Israelische Medien berichteten, die Gefangenen hätten das nahe gelegene Militärlager Ofer verlassen. Dies wurde als Anzeichen für weitere Bewegung beim Häftlingsaustausch gewertet. Ein Sprecher der radikalislamischen Hamas teilte mit, die erste Phase des Gefangenenaustauschs sei erfolgreich abgeschlossen worden.

Die Eltern des vor mehr als fünf Jahren in den Gazastreifen entführten Soldaten Schalit brachen am Morgen aus ihrem Heimatort Mizpe Hila auf. Sie wollten ihren Sohn nach dessen Rückkehr nach Israel auf dem Militärflughafen Tel Nof südlich von Rechovot in die Arme schließen.

Israel und Hamas hatten mit deutscher und zuletzt ägyptischer Vermittlung den Tausch von 1027 palästinensischen Gefangenen gegen Schalit vereinbart. Das Oberste Gericht wies am Montagabend Klagen Hinterbliebener von Terroropfern gegen den Tauschhandel zurück. Es handele sich um eine rein politische Entscheidung, begründete das Gericht.

Insgesamt wird Israel der Vereinbarung zufolge für Schalit schrittweise mehr als 1000 von etwa 6000 palästinensischen Gefangenen freilassen. Die zweite Phase soll offiziellen Angaben zufolge in zwei Monaten abgewickelt werden. Dann sollen die restlichen 550 Palästinenser freigelassen werden.

Schalit geriet 2006 im Grenzgebiet zum Gazastreifen mit seiner Panzerbesatzung in einen Hinterhalt der Hamas und wurde gefangengenommen. Zwei seiner Kameraden wurden getötet. Israel nahm den Zwischenfall zum Anlass für eine massive Militäraktion gegen den Gazastreifen. Außerdem verschärfte das Land die Blockade des von der Hamas beherrschten Küstengebiets.

  • 21.10.2011, 07:58 UhrEnergieelite

    Freigelassene Verbrecherin ruft Kinder auf, Mörder zu werden
    Im Austausch gegen den von der radikalislamistischen Terrororganisation Hamas in den Gazastreifen verschleppten Gilad Schalit wurde auch Wafa a-Biss am Dienstag zusammen mit weiteren 476 rechtskräftig verurteilten arabischen Kriminellen aus israelischer Haft entlassen. Am Mittwoch forderte sie Schulkinder im Gazastreifen dazu auf, "Märtyrer" zu werden und ihrem verbrecherischen Beispiel zu folgen.

    http://haolam.de/index.php?site=dertag&id=6770

  • 18.10.2011, 10:30 UhrObvieus

    Ich hoffe das ist ein Witz.
    Andernfalls, mein Beileid.

    Das Gesindel dass hier freigelassen wird ist - wie Energieelite sagt - absolut das letzte!
    Und was genau ist an einem Hinterhalt denn Heldenhaft?

    Mir wird schlecht wenn ich so etwas lese.

  • 18.10.2011, 09:44 UhrEnergieelite

    in zwei Monaten ?

    Dann dürfen wir uns auf einen heißen Winter in Nahost einstellen !
    Es sind ja keine Ladendiebe die dort entlassen werden , es sind Mehrfachmörder , Vergewaltiger,Gewalttäter die nicht anders können .
    In 2 Monaten werden wir eine Gewaltspirale sehen die ausgehend von Gaza den Nahen Osten erschüttern wird .
    Israel wir die Rolle des Reaktionärs übernehmen , wie immer in einem solchen Fall , dies aber hoffentlich mit eindeutiger härte !!!

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International