Gefangenenaustausch nicht gefährdet
Friedensgespräche für die Ukraine geplatzt

Ein weiteres Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in der weißrussischen Hauptstadt Minsk wurde abgesagt. Die Seperatisten werfen der ukrainischen Regierung vor, die Verhandlungen zu blockieren.
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DonezkEin für diesen Freitag in Minsk geplantes Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe ist allem Anschein nach geplatzt. Die Gruppe wollte über eine Friedensregelung für die Konfliktregion Donbass im Osten des Landes verhandeln. Es werde keine Gespräche an diesem Tag in Weißrussland geben, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Dmitri Mirontschik, am Freitag.

Noch am Donnerstag hatten sich die Regierung in Kiew und die pro-russischen Rebellen auf den Austausch Hunderter Gefangener verständigt. Entsprechende Angaben der Separatisten bestätigte der staatliche Sicherheitsdienst der Ukraine SBU am Freitag. Demnach sollen 125 ukrainische Soldaten im Gegenzug für 225 Rebellen freigelassen werden.

Die Einigung auf den Gefangenenaustausch kam offenbar über Weihnachten bei Beratungen der Ukraine-Kontaktgruppe in der weißrussischen Hauptstadt Minsk zustande, an der Vertreter der Ukraine, Russlands, der Separatisten sowie der OSZE beteiligt waren.

Die ukrainische Interfax zitierte einen Rebellenvertreter mit den Worten, die Übergabe der Gefangenen solle am Dienstag über die Bühne gehen. Ein SBU-Vertreter sagte lediglich, der Austausch werde bald stattfinden. Genaue Angaben, wieviele Gefangene es auf beiden Seiten gibt, existieren nicht.

Bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Separatisten in der Ostukraine sind bislang mehr als 4700 Menschen getötet worden. Die Regierung in Kiew wirft Russland vor, hinter dem Separatisten-Aufstand zu stehen, was Moskau zurückweist.

Ein Gefangenenaustausch ist auch Teil des aus zwölf Punkten bestehenden Friedensplans, den die Regierung in Kiew mit den Rebellen im September ausgehandelt hat. Trotz der darin vereinbarten Waffenruhe kamen nach Angaben der UN seitdem 1300 Menschen ums Leben. Wie das ukrainische Militär am Freitag mitteilte, haben die Rebellen ihre Angriffe auf ukrainische Stellen in den vergangenen zwei Tagen leicht verstärkt. Dabei sei ein ukrainischer Soldat getötet worden.

Die staatliche ukrainische Eisenbahngesellschaft teilte unterdessen mit, sie werde alle Passagier- und Frachtverbindungen vom Festland auf die von Moskau besetzte Halbinsel Krim aussetzen. Als Grund nannte sie Sicherheitsbedenken, ohne diese genauer zu benennen. Güterzüge sollten von Freitag an nicht mehr verkehren, während Reisezüge bis Montag schrittweise reduziert würden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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