Gefangenenkonflikt zwischen Iran und Großbritannien
Blair: Nächsten 48 Stunden sind kritisch

Noch immer zeichnet sich keine Lösung im Konflikt zwischen Großbritannien und Iran um die gefangenen Soldaten ab. Blair fährt nun zweigleisig: Er hofft zwar noch auf einen Verhandlungserfolg, will aber schon bald Härte zeigen. Indirekt setzte der Premier Teheran ein 48-Stunden Ultimatum.

HB LONDON. Der britische Premierminister Tony Blair setzt auf Verhandlungen mit dem Iran im Konflikt um die 15 gefangenen Soldaten, droht dem Iran aber gleichzeitig mit Härte. „Die nächsten 48 Stunden sind ziemlich entscheidend“, sagte er.

In den jüngsten Äußerungen des iranischen Chefunterhändlers Ali Laridschani sah Blair hoffnungsvolle Zeichen. Sollten die Gespräche allerdings keinen Erfolg zeigen, dann werde Großbritannien „eine zunehmend härtere Position“ beziehen. Was damit konkret gemeint ist, wollte der britische Premierminister „im Moment nicht sagen“.

Laridschani, hatte zuvor erklärt, der Iran wolle den Konflikt „über die zuständigen diplomatischen Kanäle“ beilegen. Teheran strebe eine rasche Klärung an und wolle die Angelegenheit nicht weiter verkomplizieren. Einen Anlass, die britischen Soldaten vor Gericht zu stellen, sehe die iranische Regierung nach derzeitigem Kenntnisstand nicht.

Mit Spannung wurde eine Pressekonferenz des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad erwartet, die jedoch verschoben wurde und nun am Mittwoch abgehalten werden soll. Journalisten hätten die Regierung darum gebeten, teilte das iranische Ministerium für Kultur und Islamische Angelegenheiten mit. Ahmadinedschad nutzt Pressekonferenzen regelmäßig, um Kritik an den westlichen Staaten zu üben.

Die Verschiebung der Pressekonferenz könnte Polit-Experten zufolge als Anzeichen dafür gewertet werden, dass der Iran Zeit für eine Verhandlungslösung gewinnen will. Offiziell hieß es im iranischen Staatsfernsehen, Ahmadinedschad wolle auf der Pressekonferenz am Mittwoch Irans Standpunkt in dem Konflikt darlegen und dabei auch auf die „veränderte Vorgehensweise“ der Briten eingehen.

Die britischen Seeleute waren am 23. März im Mündungsgebiet des Schatt el Arab im Persischen Golf festgenommen worden. Der Iran wirft ihnen illegalen Grenzübertritt vor, Großbritannien bestreitet dies. Nach britischen Angaben befand sich die Patrouille in irakischen Gewässern.

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