Gefechte in Nordsyrien
Türkei verstärkt Grenztruppen

Islamisten und Regierungstruppen in Syrien liefern sich schwere Kämpfe um die bislang geteilte Stadt Aleppo. Die Türkei verstärkt deshalb ihre Truppen an der Grenze zu Syrien – nur 50 Kilometer von Aleppo entfernt.
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Beirut/IstanbulIm nordsyrischen Aleppo eskalieren die Kämpfe zwischen Islamisten und Regierungstruppen. Einheiten von Machthaber Baschar al-Assad flogen am Freitag Luftangriffe gegen Stellungen der Rebellen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte. Die Islamisten hatten eine Großoffensive mit dem Ziel gestartet, die vollständige Kontrolle über die zwischen Aufständischen und Regierungseinheiten geteilte frühere Wirtschaftsmetropole zu erlangen. Sollte die Stadt in ihre Hand fallen, würden künftig die streng islamischen Regeln der Scharia gelten, erklärten die Islamisten. Als Reaktion auf die heftigen Kämpfe verstärkte die Türkei ihre Truppen an der Grenze zu Syrien. Die Maßnahmen dienten allein dem Schutz des Landes, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Es sei nicht geplant, dass türkische Einheiten ins Nachbarland vorrückten.

Sollte Aleppo an die Rebellen fallen, wäre dies ein großer Rückschlag für Assad. Sein Einflussbereich wäre dann weitgehend auf ein Gebiet beschränkt, das sich von der Hauptstadt Damaskus bis zum Mittelmeer erstreckt. De facto wäre Syrien damit geteilt – im Westen hätte Assad das Sagen, das übrige Gebiet wäre unter Kontrolle verschiedener Rebellengruppen. Auch die radikalislamische Miliz Islamischer Staat kontrolliert weite Teile Syriens und des Nachbarlandes Irak.

Islamistische Gruppen, darunter der Al-Kaida-Ableger Nusra-Front, erklärten, ihr Ziel sei eine „Befreiung“ Aleppos. Die der Opposition nahestehenen Beobachtungsstelle zufolge feuerten die Aufständischen Hunderte Artilleriegranaten auf den Westen der Stadt ab, der von Regierungstruppen gehalten wird. Bei den Luftangriffen der Regierungseinheiten wurden syrischen Militärkreisen zufolge zahlreiche Rebellen getötet.

Die Türkei verlegte Sicherheitskreisen zufolge zusätzliche Soldaten, Ausrüstung wie auch Spezialkräfte an die Grenze zu Syrien. Von dort sind es noch etwa 50 Kilometer bis Aleppo. In einigen Medien war zuletzt spekuliert worden, dass ein grenzübergreifender Einsatz unmittelbar bevorsteht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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