Gefechte trotz Feuerpause
Kämpfe im Libanon flammen erneut auf

Trotz einer vereinbarten Feuerpause dauern die Gefechte im Norden Libanons am zweiten Tag in Folge an. Es soll Tote und mehr als 50 Verletzte geben. Bereits im Mai hatten sich Regierungsanhänger und Unterstützer der Hisbollah-Miliz blutige Kämpfe geliefert und anschließend auf einer gemeinsamen Regierung geeinigt. Doch diese kam bislang nicht zustande.

HB TRIPOLIS. Anhänger und Gegner der prowestlichen Regierung im Libanon haben sich am Montag den zweiten Tag in Folge im Norden des Landes Gefechte geliefert. In Sicherheitskreisen war von neun Toten und 50 Verletzten in der zweitgrößten Stadt Tripolis die Rede. Mehrere Wohnhäuser, Läden und Autos wurden beschädigt. Einwohner flohen vor dem mit Maschinengewehren und Granatwerfern geführten Auseinandersetzungen.

Die Kämpfe, die am Sonntagmorgen ausgebrochen waren, dauerten trotz einer vereinbarten Feuerpause zwischen sunnitischen Gefolgsleuten der Regierung und Alewiten an, die mit der oppositionellen Hisbollah-Bewegung verbündet sind. In Sicherheitskreisen hieß es, die libanesische Armee stehe in Kontakt mit beiden Seiten, damit der Waffenstillstand respektiert werde.

Bei den Alewiten handelt es sich um einen Ableger der schiitischen Glaubensrichtung des Islam. Die Alewiten stehen Syrien nahe, dessen Präsident Baschar al-Assad einer ihrer Glaubensbrüder ist. Bereits im Mai hatten sich Regierungsanhänger und Unterstützer der Hisbollah-Miliz blutige Gefechte geliefert, denen mehr als 80 Menschen zum Opfer fielen. Unter Vermittlung der Arabischen Liga einigten sich beide Seiten schließlich auf eine gemeinsame Regierung. Diese kam aber bislang nicht zustande. Ministerpräsident Fuad Siniora wies am Samstag Rücktrittsforderungen der Opposition zurück.

Gleichzeitig hat heute in Wien eine eintägige internationale Geberkonferenz für den Wiederaufbau des 2007 im Libanon zerstörten Palästinenserlagers Nahr al Bared begonnen. Die Konferenz, an der auch ein Vertreter der deutschen Bundesregierung teilnimmt, wurde auf Bitten der libanesischen Regierung einberufen. Etwa 50 Länder hatten ihre Teilnahme an dem kurzfristig einberufenen Treffen zugesagt.

Ziel ist es, die Mittel für den Wiederaufbau des Flüchtlingslagers aufzubringen, das 2007 bei Kämpfen zwischen der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Fatah al Islami mit regulären libanesischen Einheiten weitgehend zerstört worden war. Die Kosten werden von dem UN-Flüchtlingshilfswerk für die Palästinenser (UNRWA) auf etwa 280 Millionen US-Dollar (180 Millionen Euro) geschätzt. Vor der Zerstörung lebten in dem Lager nördlich von Beirut etwa 40 000 Palästinenser.

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