"Gefühl der Frustration"
Verhandlungen EU mit Mercosur abgebrochen

Zwischen der Europäischen Union und der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur sind die Verhandlungen zur Gründung der größten Freihandelszone der Welt sind festgefahren. Die 12. Gesprächsrunde ist am Donnerstag (Ortszeit) in Brasiliens Hauptstadt Brasilia praktisch ergebnislos abgebrochen worden, wie Vertreter beider Seiten mitteilten.

HB BRASILIA. „Beide Seiten haben hier die Arbeit mit einem Gefühl der Frustration abgeschlossen“, erklärte der Chefunterhändler der EU, Karl Falkenberg. Die Zeitung „O Globo“ zitierte Falkenberg mit den Worten, die Verhandlungen seien in eine Sackgasse geraten. Nach dreitägigen Gesprächen in Brasilia hätten beide Seiten „keinen Handlungsspielraum mehr gefunden“. Die vorangegangene Gesprächsrunde war am 21. Juli in Brüssel ebenfalls praktisch ergebnislos beendet worden. Eine weitere Runde ist für September in Brüssel geplant.

Der Mercosur-Chefunterhändler, der Brasilianer Régis Arslanian, warf den Europäern vor, die bisherigen „unbefriedigenden Vorschläge“ zur Öffnung des EU-Agrarmarktes nicht verbessert zu haben. „Ich bin alles andere als optimistisch“, meinte Arslanian. Falkenberg entgegnete: „Er (Arslanian) hat mehr Zeit mit den Journalisten verbracht als mit mir“.

EU und Mercosur wollen durch den Abbau von Zöllen und anderen Hemmnissen im bilateralen Handel die größte Freihandelszone der Welt ins Leben rufen. Das Assoziierungsabkommen soll nach dem Wunsch beider Wirtschaftsgemeinschaften bis Oktober unterzeichnet werden. „Dieses Ziel ist nun in weite Ferne gerückt“, schrieb „O Globo“ am Freitag. Staats- und Regierungschefs hatten 1999 bei einem Gipfeltreffen in Rio de Janeiro die wirtschaftliche Annäherung beider Blöcke beschlossen.

Als sensible Bereiche gelten unter anderem das öffentliche Auftragswesen und der Dienstleistungssektor, wo die Mercosur-Länder Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay bisher keine gemeinsame Position finden konnten. Die EU dagegen weigerte sich dagegen bisher, die von den Südamerikanern im Agrarbereich geforderten Zugeständnisse unter anderem bei Zucker, Milchprodukten und Rindfleisch zu machen.

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