Gegen El Kaida
Obama fordert US-Militärschläge in Pakistan

Nachdem ihm Konkurrentin Hillary Clinton wegen angeblicher „außenpolitischer Naivität“ heftig angegriffen hatte, setzt der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama nun offenbar alles daran, sein Profil weiter zu schärfen. In der Diskussion um den El-Kaida-Terror bezog er jetzt eindeutig Position – und setzt damit die pakistanische Regierung in Aufruhr.

HB WASHINGTON. Barack Obama hat sich für Militärschläge gegen El Kaida-Extremisten in Pakistan ausgesprochen. Wenn es "zuverlässige Geheimdiensterkenntnisse über hochwertige terroristische Ziele" gebe und die pakistanische Regierung nicht handle, müssten die USA selbst aktiv werden, sagte Obama bei einer Rede in Washington.

Zugleich kündigte er an, im Falle seiner Wahl die US-Militärhilfe für das asiatische Land an Bedingungen zu knüpfen: "Pakistan muss greifbare Fortschritte bei der Schließung der terroristischen Ausbildungslager machen." Das gleiche gelte für die Ausweisung ausländischer Extremisten sowie für die Verhinderung von Anschlägen in Afghanistan von pakistanischem Boden aus.

Obama warf zudem Präsident George W. Bush vor, die Bedrohung durch El Kaida im Irak aufzubauschen. Er werde den Krieg im Irak beenden und stattdessen mindestens zwei zusätzliche Brigaden nach Afghanistan entsenden, um den dortigen Kampf gegen Extremisten und Aufständische zu verstärken. Mit den jüngsten Bemerkungen schaltete sich Obama in die derzeitige US-Debatte über die angemessene Reaktion auf zunehmende Aktivitäten von El-Kaida-Extremisten und Taliban in Teilen Pakistans ein.

Hillary Clinton baut Vorsprung aus

Obamas Hauptkonkurrentin um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, Hillary Clinton, hatte ihm vergangene Woche außenpolitische Naivität vorgeworfen. Im Rennen um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Demokraten baute Clinton inzwischen ihren Vorsprung vor dem ärgsten Rivalen Barack Obama offenbar aus. In einer Umfrage des "Wall Street Journal" und von NBC News erklärten 43 Prozent der befragten Anhänger des demokratischen Lagers, die frühere First Lady gegenüber anderen Kandidaten der Partei zu bevorzugen. Im Juni waren es noch 39 Prozent. Für Obama, Senator aus Illinois, sank die Zustimmung im selben Zeitraum auf 22 von 25 Prozent.

Die Befragten verwiesen in der Erhebung vor allem auf Clintons politische Erfahrung und Kompetenz. Sie hatte sich zuletzt mit Obama hauptsächlich zu außenpolitischen Themen einen harten Schlagabtausch geliefert.

Auch beim Spendensammeln liefern sich Clinton und Obama weiter ein Duell. Die Republikaner liegen in ihren Spendenaufkommen weit hinter den beiden. Die Präsidentschaftskandidaten müssen alle drei Monate über ihr Spenden-Aufkommen Auskunft geben. Erst im November 2008 wird entschieden, wer Bush nachfolgt. Erste Vorwahlen sind aber schon in einem halben Jahr. Die Spenden sind daher auch ein Barometer dafür, wie die Kandidaten im Rennen liegen.

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