Gegenoffensive in Mali
„Frankreich ist in eine Falle getappt“

Die Islamisten in Mali drohen Frankreich mit einem langen Krieg, wie in Afghanistan. Die Regierung in Paris habe das „Tor zur Hölle“ aufgestoßen, sagte ein Sprecher Extremisten, die eine Gegenoffensive gestartet haben.
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Bamako/ParisIn Mali haben die Islamisten eine Offensive gestartet und drohen Frankreich mit Vergeltung für seine Militärintervention. Die Regierung in Paris habe das „Tor zur Hölle“ aufgestoßen, sagte ein Sprecher der Al-Kaida-nahen Extremisten am Montag und drohte Frankreich mit einem langen Krieg wie in Afghanistan.

Nach schweren Gefechten eroberten die Rebellen französischen Angaben zufolge die Stadt Diabaly. Trotz erbitterten Widerstands der malischen Streitkräfte hätten die Rebellen die Stadt überrannt, sagt der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Montag. Rund um Diabaly, wo französische Kampfflugzeuge am Montag auch von Islamisten gehaltene Stellungen angegriffen hatten, setzten sich die Gefechte fort.

Vor einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates signalisierten westliche Staaten Unterstützung für Frankreich, das Hunderte Soldaten in seine frühere Kolonie entsandt hat. Deutschland will sich zwar nicht an den Kampfhandlungen beteiligen, prüft aber eine anderweitige Hilfe für den EU-Partner.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte, bei der deutsche Hilfe könnte es sich um medizinische, logistische und humanitäre Unterstützung handeln. Dafür signalisierte auch die SPD ihre grundsätzliche Zustimmung. Die EU schloss eine Beteiligung an den Kampfhandlungen aus. Allerdings solle die Entsendung von Ausbildern für die malischen Streitkräfte beschleunigt werden, sagte ein EU-Sprecher.

Allerdings schlug der CDU-Europaabgeordnete Michael Gahler vor, einen deutsch-französisch-polnischen Gefechtsverband nach Mali zu schicken. Der Kampfeinsatz Frankreichs gegen die islamistischen Rebellen müsse „durch eine Mission der bereitstehenden EU-Battlegroup ergänzt werden“, sagte er. Die Mitgliedsstaaten sollten gemeinsam auf die islamistische Bedrohungslage im Norden Malis reagieren, denn der Terrorismus in der Sahelzone bedrohe die ganze EU und nicht nur Frankreich.

Der Nato lag nach Angaben einer Sprecherin am Montag kein Antrag auf Unterstützung von Frankreich vor. Die USA wollen Regierungskreisen zufolge Geheimdienstinformationen zuliefern und erwägen die Entsendung unbewaffneter Überwachungsdrohnen.

Im September soll eine mit westlicher Hilfe aufgestellte afrikanische Interventionstruppe die islamistischen Rebellen aus dem Norden Malis vertreiben - diese Pläne wirbelt Frankreich mit dem überraschenden Einsatz nun durcheinander. Unter dem Druck der Franzosen kündigten mehrere afrikanische Länder an, noch in dieser Woche Bodentruppen nach Mali zu entsenden. Militärexperten warnen, sollte auf das französische Handeln keine Entsendung von Soldaten des westafrikanischen Regionalbündnis Ecowas in deutlichem Umfang folgen, sei ein Erfolg ungewiss. Dabei müsste die Nato auch logistisch und finanziell helfen.

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  • @ Rainer_J, so ist es !
    In Malaysia wurde es Christen von der Regierung verboten, ihren Gott Allah zu nennen.
    Es ist in der Tat für Christen zutreffender, den Einzigen und Wahrhaftigen mit Gott zu bezeichnen; denn es wird nicht der gleiche Gott angebetet.

  • @ Trollinger, dieses politische Handeln ist nicht schizophren sondern Methode.
    Unter dem Deckmantel der Herstellung oder Verteidigung "demokratischer Verhältnisse" und dem Schutz der Menschenrechte werden die kampfbereiten "Gotteskrieger"
    als Werkzeuge zur Erreichung gewisser Ziele entweder benutzt oder, wie jetzt in Mali, bekämpft.
    Der Zweck heiligt halt die Mittel !!!
    In Europa wird der Islam mit dem Ziel unterstützt, die Nationalstaaten aufzulösen.
    Der Weg wurde bisher recht erfolgreich beschritten.

  • unserer hoch gebildeter in allen richtungen fachliche standert der menschheit in der ganzen welt hat das allermeist tierische des mensch seins noch nicht abgelegt . . næmlich sich in tierisch schmerzhafte unmenschliche kiege einzulassen.
    aber solange es schlachthæuser gibt wird es schlachtfelder geben, habe ich neulich irgendwo gelesen.

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