Gehaltsaffäre um Shaha Riza
Bush deckt Wolfowitz Fehlverhalten

Weltbank-Präsident Paul Wolfowitz gerät in der Affäre um die Beförderung seiner Freundin immer mehr unter Druck. Er habe eindeutig gegen Richtlinen verstoßen und damit eine Führungskrise heraufbeschworen, heißt es in einem internen Ausschussbericht der Bank.
  • 0

HB WASHINGTON. Die US-Regierung stellte sich am Dienstag erneut hinter Wolfowitz. Dieser habe ganz offensichtlich Fehler gemacht, das sei aber kein Grund, dass er seinen Posten aufgeben müsse, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow. Präsident George W. Bush unterstütze Wolfowitz weiterhin, sagte Snow. Auch Außenministerin Condoleezza Rice und Finanzminister Henry Paulson erklärten, die Vorwürfe rechtfertigten keine Entlassung.

Der Weltbank-Chef selbst wollte sich am Dienstagabend (Ortszeit) vor dem 24-köpfigen Vorstand der Finanzorganisation verteidigen. Er nannte die Vorwürfe „in hohem Grade unfair“ und hat wiederholt betont, er habe in gutem Glauben gehandelt. Zudem habe er sich an die Empfehlungen des Ethikausschusses der Bank gehalten und diese so gut er konnte befolgt, erklärte Wolfowitz.

In dem am Montag veröffentlichten Ausschuss-Bericht heißt es, der Vorstand der Weltbank müsse nun entscheiden, ob Wolfowitz noch die notwendige Führungsrolle bei der Bekämpfung der Armut in der Welt einnehmen könne. Der Vorstand, der über das Schicksal des Bankpräsidenten entscheiden muss, hat bereits eine Reihe von Disziplinarmaßnahmen erörtert. Er könnte Wolfowitz entlassen, ihn zum Rücktritt auffordern, ihm das Misstrauen aussprechen oder ihn rügen. Bislang haben Vorstandsmitglieder zum Misstrauensvotum tendiert, was es Wolfowitz praktisch unmöglich machen würde, weiter im Amt zu bleiben.

Wolfowitz war als früherer US-Vizeverteidigungsminister maßgeblich an der Vorbereitung des Irakkriegs beteiligt. 2005 wechselte er auf Vorschlag Bushs zur Weltbank. An diesem Freitag wird Wolfowitz zum Treffen der G8-Finanzminister bei Potsdam erwartet.

Ihm wird vorgeworfen, für seine Freundin Shaha Riza ein völlig überhöhtes Gehalt ausgehandelt zu haben. Die Bankangestellte wechselte nach dem Amtsantritt von Wolfowitz ins US-Außenministerium, wird aber weiterhin von der Weltbank bezahlt.

Kommentare zu " Gehaltsaffäre um Shaha Riza: Bush deckt Wolfowitz Fehlverhalten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%