Geheimdienst-Affäre belastet israelisch-neuseeländische Beziehungen
Israel verärgert Neuseeland

Das Verhältnis zwischen Israel und Neuseeland ist wegen einer Geheimdienst-Affäre belastet. Angeblich sollen sich Mossad-Agenten eines neuseeländischen Passes bemächtigt haben.

HB BERLIN.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Neuseeland sind schwer beschädigt. Hintergrund ist der Versuch zweier Israelis, illegal in den Besitz eines neuseeländischen Passes zu gelangen, weshalb sie sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden sind.

Die neuseeländische Ministerpräsidentin Helen Clark erklärte, sie habe keinen Zweifel, dass die beiden für den israelischen Geheimdienst Mossad arbeiteten. Sie setzte alle Kontakte zu Israel auf hoher diplomatischer Ebene aus, dem neu ernannten israelischen Botschafter wurde zudem die Zustimmung verweigert und ein Besuch von Staatspräsident Moshe Katzav, der für August geplant war, wurde abgesagt. Überdies gilt inzwischen für alle israelischen Staatsbürger die Visumpflicht.

Außenminister Phil Goff forderte sprach von einem «feindseligen Akt» der Israelis. Israel soll die Verantwortung für die Affäre übernehmen und sich förmlich entschuldigen, forderte er in der israelischen Zeitung «Haaretz».

Die israelische Regierung lehnt eine offizielle Entschuldigung jedoch ab. Außenminister Silvan Schalom erklärte, er sei «tief betrübt» und wolle alles tun, um die Beziehungen zu Wellington wieder herzustellen. Eine öffentliche Erklärung werde es aber nicht geben, verlautete aus israelischen Regierungskreisen.

Israel hatte zuvor erklärt, die Pässe hätten im Kampf gegen den Terrorismus genutzt werden sollen. Der neuseeländische Außenminister Goff ließ diese Begründung nicht gelten. Es sei nicht zu rechtfertigen, wenn der Pass vielleicht für einen Mordanschlag in einem Drittland hätte verwendet werden sollen, erklärte der Minister. Dies hätte Neuseeland irreparablen Schaden zufügen können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%