Geheimdienst schwer belastet
Anklage gegen misshandelnde US-Soldatin

Wegen Misshandlungen in Irak droht Lynndie England der Prozess vor einem Militärgericht. Die US-Soldatin war auf Fotos zu sehen, die weltweit Entsetzen auslösten.

HB BERLIN. Die US-Armee hat wegen Misshandlung von irakischen Gefangenen Anklage gegen die 21-jährige Soldatin Lynndie England erhoben. England muss nun vor einer Anklagekammer der Streitkräfte erscheinen, die entscheidet, ob die Soldatin vor ein Militärgericht gestellt wird.

England war auf dutzenden Fotos zu sehen, auf denen sie irakische Gefangene misshandelt. Die Fotos hatten weltweit Empörung auslösten.

England ist in vier Punkten angeklagt: Verschwörung mit Soldaten zu Misshandlungen irakischer Gefangener, Gewalt gegen Gefangene in mehreren Fällen, Verletzung der Ordnung sowie Diskreditierung der Armee. Neben England sind sechs weitere US-Soldaten angeklagt.

Eine der beschuldigten US-Soldatinnen belastete in E-Mails an die Zeitung «Washington Post» den US-Militärgeheimdienst. Sie habe im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib auf direkte Anweisung des Militärgeheimdienstes gehandelt, schrieb Sabrina Harman aus Bagdad.

Sie sagt, die Gefangenen seien schon gefesselt und mit Kapuzen über den Kopf zur Militärpolizei gebracht worden. «Die Aufgabe der Militärpolizei war es dann sie wach zu halten, ihnen die Hölle zu bereiten, um sie zum Sprechen zu bringen», so Harman.

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