Geheimdienste sehen auch Deutschland gefährdet
Bin Ladens Terroristen bleiben eine Bedrohung

Trotz relativer Ruhe seit dem Terror-Anschlag in Madrid am 11. März 2004 warnen die deutschen Geheimdienste vor einer unverminderten Gefährdung Deutschlands durch den internationalen Terrorismus islamistischer Prägung.

rks HB BERLIN. Das Bundesamt für Verfassungsschutz zählte im vergangenen Jahr 57 520 extremistische Ausländer im Land, davon allein 31 800 Islamisten. Das waren 850 Extremisten mehr als im Jahr 2003.

Auch der Bundesnachrichtendienst sieht keinen Grund für Entwarnung. Er stuft die Gefährdung Deutschlands als „mittel“ ein, will heißen: Staaten wie Frankreich, Italien, Großbritannien und Dänemark müssen sich als kämpfende Alliierte der USA in Irak einer höheren Gefährdung ausgesetzt sehen.

Der harte Kern des Terrornetzwerkes El Kaida lebt auch vom Mythos des scheinbar unauffindbaren und unberührbaren Führers Osama bin Laden, den Dienste zwar im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet orten, ihn aber nicht dingfest machen können – oder wollen.

Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass der Westen auch aus politischem Kalkül nicht zuschlägt und Bin Laden aus Pakistan entführt oder dort eliminiert. Das Pakistan des Präsidenten General Pervez Musharraf wäre mit seiner „islamischen Atombombe“ im Falle eines entschlossenen Vorgehens des Westens mit einem Schlag ein Krisen- und Brandherd, dessen Unkalkulierbarkeit nicht nur die pakistanische Regierung wegfegen könnte, sondern die gesamte Region und die islamische Welt in Aufruhr versetzen würde. Musharraf gilt als pro-westlich und als Gegner des religiösen Extremismus. Eine Auslieferung Bin Ladens würde er aber politisch nicht überleben.

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