Geheime Folter-Doktrin
US-Ministerium billigte offenbar gewaltsame Verhörmethoden

Das amerikanische Justizministerium wurde Ende 2004 nicht müde, die Anwendung von Folter bei Verhören zu geißeln. Doch wenige Wochen später erließ Justizminister Gonzales nach einem Bericht der "New York Times" eine völlig entgegengesetzte heimliche Anweisung.

HB WASHINGTON. Das US-Justizministerium habe demnach in einem geheim gehaltenen Memorandum gewaltsame Verhörmethoden des Geheimdienstes CIA unterstützt. Das Dokument aus dem Jahr 2005 sei die erste ausdrückliche Autorisierung, Terrorverdächtige „einem Trommelfeuer schmerzhafter körperlicher und psychologischer Taktiken auszusetzen, darunter Häftlinge auf den Kopf zu schlagen, ihr Ertränken vorzutäuschen oder sie Kälte auszusetzen“, berichtete die „New York Times“. Es handele sich um die härtesten Verhörmethoden, die die CIA je angewandt habe.

Im selben Jahr habe der US-Kongress beschlossen, „grausame, unmenschliche und erniedrigende“ Behandlungen von Gefangenen zu ächten, berichtete die Zeitung. Das Justizministerium unter Alberto Gonzales habe in einer weiteren Einschätzung jedoch festgestellt, dass die Verhörmethoden der CIA diesem Beschluss nicht zuwiderlaufe.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Fretto, lehnte es nach Angaben der „New York Times“ ab, sich zu rechtlichen Stellungnahmen des Justizministeriums im Zusammenhang mit Verhören zu äußern. Justizminister Gonzales ist inzwischen zurückgetreten.

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