Geheime Grexit-Pläne
Varoufakis droht Anklage wegen Hochverrats

In den Verhandlungen mit den Euro-Partnern spielte Griechenlands Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis den harten Hund. Offenbar hatte er einen Plan B in der Tasche. Dafür könnte er sich nun vor Gericht verantworten müssen.
  • 3

AthenDer angebliche Geheimplan des ehemaligen griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis über einen Grexit – den Austritt Griechenlands aus dem Euro – könnte ein gerichtliches Nachspiel mit einer Anklage wegen Hochverrats haben. Die griechische Justiz hat das gesamte vorliegende Material zu dem Fall inzwischen dem Parlament überwiesen, berichteten die griechischen Medien am Donnerstag. Die Anklage könnte neben Hochverrat auch auf Bildung einer kriminellen Vereinigung lauten, spekulierten die Medien. Ob und wann es dazu kommen könnte, sei unklar, berichtete das Staatsfernsehen.

Zunächst müsse ein Vor-Untersuchungsausschuss entscheiden, ob es zur Bildung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses kommt. Falls dieser sich für das juristische Verfahren entscheidet, müsste anschließend in einer Abstimmung das Plenum des Parlamentes über die Aufhebung der Immunität von Varoufakis entscheiden. „Das Verfahren – wenn es überhaupt dazu kommt – könnte mehr als ein Jahr dauern“, sagte Giorgos Stamatopoulos, ein mit diesem Verfahren vertrauter Rechtsanwalt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Varoufakis soll nach Angaben der Zeitung „Kathimerini“ den Ausbau eines parallelen Zahlungssystems für Griechenland geplant haben. Dieses hätte beim Austritt aus der Eurozone (Grexit) in Kraft treten und die Grundlage für die Wiedereinführung der Drachme werden sollen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Geheime Grexit-Pläne: Varoufakis droht Anklage wegen Hochverrats"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Um die Anklage des Hochverrats zu verstehen, sollte der Artikel auf den eigentlichen Tatverdacht hinweisen:
    Varoufakis soll geplant haben, den Chef der griechischen Zentralbank zu kidnappen und illegal Euroscheine zu drucken. Dies wäre in der Tat ein Staatsstreich und damit Hochverrat.

  • Auch bei uns schlägt die ehrenwerte Gesellschaft zu:

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/netzpolitik-org-ermittlungen-wegen-landesverrat-a-1046077.html

  • Wenn ich mir anschaue, was in Brüssel so abläuft, frage ich mich, wo die eigentliche kriminelle Vereinigung sitzt. Wenn Varoufakis wirklich das getan hat, was ihm vorgeworfen wird, dann hat er in dem Punkt versucht, seinen Job für sein Land zu machen. Hochverrrat? Eine solche Drohkulisse dient der Einschüchterung. Die EU wird zur Cosa nostra.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%