„Geheimnisverrat“
China geht hart gegen kritische Journalistin vor

China übt erneut Druck auf die Presse aus: Die 70-Jährige Journalistin Gao Yu wurde festgenommen und musste im Staatsfernsehen ein Geständnis ablegen. Zeitgleich wurde ein Verleger zu zehn Jahren Haft verurteilt.
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PekingMit einer hohen Haftstrafe gegen einen Hongkonger Verleger und der Festnahme einer Journalistin demonstriert China eine harte Hand gegen Kritiker. Einen Monat vor dem 25. Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 wurde die kritische Autorin Gao Yu wegen „Geheimnisverrats“ festgenommen.

Die 70-jährige wurde am Donnerstag sogar im Staatsfernsehen mit einem Geständnis vorgeführt. Die Journalistin, die in den 1990er Jahren schon sechs Jahre in Haft gesessen hatte, schrieb für ausländische Medien wie den chinesischen Dienst der Deutsche Welle.

Eine Haftstrafe von zehn Jahren verhängte ein Gericht in der Stadt Shenzhen gegen den Hongkonger Verleger Yao Wentian, der ein kritisches Buch über Staats- und Parteichef Xi Jinping herausbringen wollte. Sein Anwalt Ding Xikui berichtete der Nachrichtenagentur dpa, dem 73-Jährigen sei „Schmuggel“ vorgeworfen worden.

Laut Medienberichten soll der Verleger über die Grenze von Hongkong ins benachbarte Shenzhen gelockt worden sein, wo er im Oktober festgenommen wurde. Schon vorher sei ihm wegen seiner Mitarbeit an dem Buch des im US-Exil lebenden Bürgerrechtlers Yu Jie mit dem Titel „Chinas Pate Xi Jinping“ gedroht worden, berichtete der US-Sender Radio Free Asia (RFA).

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Da Ihr "Kommentar" vom 8.5. immer noch hier steht, scheinen die Chinesen maßlos zu übertreiben, oder?
    Und abgeschaltet ist die Kommentarfunktion hier immer noch nicht...

  • Kann es sein, daß wir diesen Artikel von heute 15.5.2014 schon einmal genossen haben? Ansonsten bin ich ein paranormales Phänomen, weil ich mir schon am 8.5.2014 (siehe Datum der obigen Kommentare) das Vergnügen gemacht hatte, diesen Artikel zu kommentieren.

    Sicherlich kann man auf die Unterdrückung der Meinungsfreiheit auch gerne zweimal innerhalb einer Wochen hinweisen (soll ich meine obigen Kommentare nocheinmal einkopieren?). Insbesondere gerne gesehen ist dies, wenn es politisch korrekt China betrifft und nicht etwa die USA oder die amerikanischen Übersee-Territorien in Europa.

    Oder, liebe Redaktion, habt Ihr einen Fehler in der neuesten Software Eures amerikanischen Schreibroboters-Kollegen?

    http://www.welt.de/wirtschaft/article128017233/Die-Roboterjournalisten-sind-schon-unter-uns.html

  • Wenn man im Glashaus sittzt, sollte man net mit Steinen werfen.

    Unsere Medien sind doch 1:1 genau so "ausgerichtet, wie die in China. Denn wer berichtet denn:
    - von den Montags-Demos,
    - oder dass man Herrn Wulff wegen seinem ESM-Widerstand abgeschlachtet hat ?

    Also immer schön auf dem Teppich bleiben. Eine objektive Information bekommt man NUR aus dem Internet. Die Print-Medien und die beschnittenen TV-Sender informieren uns genau so offen, wie die Presse in china.

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