Geheimtreffen hinter verschlossenen Türen

Der mächtige Bilderberg

Verlagschefs, Ex-Weltbank-Präsidenten, vorbestrafte Immobilien-Tycoons: Sie alle sind Bilderberger, die gerade hinter verschlossenen Türen in Tirol zusammenkommen. Unser Autor sprach mit einem Teilnehmer.
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Treffpunkt für eine sagenumwobene Gruppe: ein Hotel in Tirol. Quelle: PR
Interalpen Hotel

Treffpunkt für eine sagenumwobene Gruppe: ein Hotel in Tirol.

(Foto: PR)

WienWas haben Springer-CEO Mathias Döpfner, Gruner+Jahr-Chefin Julia Jäkel, Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt und der österreichische Verleger Oscar Bronner gemeinsam? Das Quartett fährt in ein abgelegenes Luxushotel in der Tiroler Gemeinde Telfs.

Dort treffen sich in der imposanten Interalpen-Herberge Tyrol auf 1300 Meter Höhe die Einflussreichen aus Wirtschaft, Finanzen und Medien. Die vor 30 Jahren erbaute, abgeschiedene Anlage der deutschen Baumaschinen-Unternehmerfamilie Liebherr, nur rund 40 Kilometer von Schloss Elmau, ist der ideale Ort für die Bilderberg-Konferenz. Die 140 Teilnehmer betreiben dort eine Art Nachlese des G7-Treffens.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Der Autor

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.

Der Gastgeber Henri de Castries, im Hauptberuf Vorstandschef des französischen Versicherungskonzerns Axa, darf sich in diesem Jahr freuen. Der Einladung der Bilderberg-Gruppe sind viele Mächtige rund um den Globus gefolgt. Unter den Gästen sind der frühere Weltbank-Chef James David Wolfensohn, der vorbestrafte Immobilien-Tycoon und Karstadt-Eigner René Benko, dessen enger Berater und Österreichs Altbundeskanzler Alfred Gusenbauer, der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger, Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld, Siemens-Boss Joe Kaeser, der frühere französische Premier Alain Juppé und der milliardenschwere schwedische Investor Jacob Wallenberg.

Das Besondere an der Bilderberg-Konferenz: Über die Inhalte der tagelangen Diskussionen und Vorträge soll nichts an die Öffentlichkeit dringen. „Natürlich kann sich jeder seine Notizen machen, doch es wird keine Erklärung für die Öffentlichkeit geben“, sagt ein Teilnehmer, der schon viele Male auf Bilderberg-Konferenzen war, dem Handelsblatt.

„Ich hole mir dort Anregungen und Ideen und treffe dort interessante Menschen“, begründet der Unternehmer, der ungenannt bleiben wollte, warum er an der Konferenz teilnimmt. Das ist natürlich eine Untertreibung. Denn bei dem geheimen Treffen geht es um viel mehr als um die Aneinanderreihung von Meinungen und Informationen. Ziel ist auch die Bildung eines Konsenses über die Probleme dieser Welt.

Wer bei der Bilderberg-Konferenz dabei ist
Paul Achleitner
1 von 21

Räumt gerade bei der Deutschen Bank auf – steht aber trotz der Turbulenzen in Frankfurt auf der Gästeliste für Bilderberg: Paul Achleitner, Aufsichtsratschef der Deutschen Bank.

John Allen
2 von 21

John Allen wird über den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat berichten können. Der frühere US-General ist mittlerweile Sonderbeauftragter der Vereinigten Staaten für die Internationale Allianz gegen den IS. Militärische Erfahrung sammelte er als Nato-Oberbefehlshaber in Afghanistan.

Rene Benko
3 von 21

Der österreichische Investor Rene Benko hat in Bilderberg ein Heimspiel. Derzeit müht er sich in Deutschland die Kaufhauskette Karstadt auf Kurs zu bringen.

Benoit Coeure
4 von 21

Die Positionen der Europäischen Zentralbank vertritt bei den Gesprächsrunden Benoit Coeure. Der französische Wirtschaftswissenschaftler ist Direktoriumsmitglied der EZB.

Karel de Gucht
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Er durfte lange für die Europäer die Verhandlungen über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP führen: der frühere EU-Handelskommissar Karel de Gucht. Mittlerweile führt seine Nachfolgerin, Cecilia Malmström, die Gespräche weiter.

Jeroen Dijsselbloem
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Jeroen Dijsselbloem beschäftigt vor allem ein Thema: Griechenland. Der mögliche Austritt aus der Währungsunion hängt wie ein Damoklesschwert über den Euro-Staaten – und damit auch über ihm, dem Euro-Gruppen-Chef.

Mathias Döpfner
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Über den Medienwandel und die Internetwirtschaft wird er Auskunft geben können: der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE, Mathias Döpfner.

Im Mittelpunkt steht diesmal die Sicherheits- und Verteidigungspolitik neben politischen und wirtschaftlichen Dauerbrennern wie der Globalisierung. Ihr Kommen haben daher auch die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Thomas Enders, CEO des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS, zugesagt. Die von der Bilderberg-Konferenz beauftragte Münchner PR-Agentur CNC verschickte dieser Tage auf Anfrage eine Themenliste mit 16 Punkten, die sich wie ein Sammelsurium der jüngsten Nachrichten liest.

Dort werden als Themen genannt: USA, Russland, Griechenland, Mittlerer Osten, Nato, Wahlen in den USA, aber auch Künstliche Intelligenz, Netzsicherheit, chemische Waffen und Terrorismus. Journalisten und Fotografen sind bei dem alpinen Bilderberg-Treffen nicht zugelassen. Nur ein PR-Manager wird anwesend sein, der nach eigener Aussage aber keine Auskünfte über die Redebeiträge geben wird.

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15 Kommentare zu "Geheimtreffen hinter verschlossenen Türen: Der mächtige Bilderberg"

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  • Berlusconi hat recht!
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    Was keiner abstreiten kann ist das Berlusconi recht hat, den Sanktionen sind kontraproduktiv. Des weiterem haben die Amerikaner mittlerweile so eine Phobie gegen über den Russen das sie sogar eine 16 jährige Athletik-Sportlerin das Einreisen in den Staaten verboten hat.
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    Nicht nur sie sondern auch eine bekannte russische Pianistin wurde aus dem kanadischen Orchestra ausgeladen... Was hat Sport und Musik mit Politik zu tun? Die können sowas einfach nicht trennen wie man sieht...

  • Angela Merkel sollte nicht auf Befehl der USA handeln, denn sie könnte damit ihrem eigenen Land viel Schaden zufügen und sogar arm machen.
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    Sie sollte wissen die Nato wie die USA sind weit weg und haben Deutschland die Vorreiterrolle bewusst zugeschoben. MERKEL ist in ihrem Wahn sich nicht bewusst auf was sie sich eingelassen hat. Die USA wird nicht mit der Wimper zucken das können wir an der NSA Affäre deutlich ablesen und bei Russland wird Putin genauso unerbittlich Deutschland als Gegner ansehen mit verheerenden Folgen wenn die Diplomatie einmal gescheitert ist.
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    Wir dürfen uns auf schlimme Zeiten gefasst machen wenn die Ukraine in die Hände der Russen gefallen ist......dann wird Deutschland als erstes die Folgen daraus spüren. Ich mag das Wort Krieg gar nicht erwähnen oder ähnliches.
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    Denn Putin lässt dies ZU RECHT nicht auf sich sitzen und seine Macht in der Welt sich nicht von einer Merkel vorschreiben lassen....... Minsk ist gescheitert und andere (die ganze G7) werden auch scheitern.....

  • Putin und Renzi kritisieren gemeinsam Russland-Sanktionen
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    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 11.06.15 12:56 Uhr |
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    Die Russland-Sanktionen würden vor allem Italien schaden, so Wladimir Putin bei seinem Staatsbesuch. Das Land sei in der EU schließlich der zweitgrößte Abnehmer von russischem Gas. Premier Matteo Renzi stimmte zu. Die Sanktionen haben Italien bisher 1,4 Milliarden Euro gekostet.

  • Die Lügen unserer Medien über Putin, Russland und die Ukraine gehen in die nächste Runde

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    Hinter der Fichte
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    Das ARD/ZDF-Panoptikum macht keine Sommerpause. Deren „Berichte“ über die (nicht aus der) Ukraine werden wir demnächst wieder sezieren. Gravierend ist, daß Mainstreammedien, Regierung und NGO, wie die angebliche Menschenrechtsorganisation HRW, eisern über die Verbrechen der Junta und des „Rechten Sektors“ (ARD-Euphemismus: „Freiwilligenmilizen“) an den Russen und die des mit 8% Wählerstimmen im Rücken mordenden und folternden Faschisten Jarosch schweigen. Das Morden von Zivilisten mit Artillerie nennt die ARD „Vertreibung von Separatisten“. Die Aufständischen ziehen sich vor den Truppen der Junta, die unter Leitung der USA steht, weiter zurück. Poroschenko holt sich bei jedem Schritt erst die Order von Biden ab. Fällt diese Kuriosität eigentlich nicht mehr auf, daß ein angeblich gewählter europäischer Präsident sich mit Leuten von einem anderen Kontinent über seine Schritte abspricht?

    Kommentar: Mehr Informationen über die Verbrechen der von Amerika ins Amt geputschten Faschisten-Regierung in der Ukraine finden Sie
    -->http://de.sott.net/
    -->http://de.sott.net/article/18222-Bilderberg-entblot-Die-Kanzlermacher-Wie-wir-von-der-Scheindemokratie-nach-Strich-und-Faden-verarscht-werden

  • Ist mir wieder eingefallen "Reptilienfond" auch Dispositionsfond genannt oder schlicht "schwarze Kassen" lol

  • Das fragen Sie besser nicht, denn schließlich ist alles "geheim"..

    Ich nehme allerdings an, die Reise- und Hotelkosten tragen die Damen und Herren Eingeladenen selber, wahrscheinlich auch die Politiker.

    Oder gibt es für solche Ausgaben noch einen "Schattenetatposten", dafür gibt es eine spezielle Bezeichnung, die mir im Moment nicht einfällt, da "geheim. "g"

  • Handelt es sich um eine private Veranstaltung? Oder müssen die Teilnehmer ihren Gremien Bericht erstatten? Z.B. wird wohl die Reise deutscher Minister und Staatssekretäre vom Steuerzahler bezahlt.

  • Die neofeudale Aura des "Geheimnisvollen", die von den Bilderbergenr gerne gepfegt und über die Zeit gerettet werden solll, trägt beinahe genuin dazu bei, dass Verschwörungstheorien diese Gruppierung betreffend, ob zu Recht oder zu Unrecht, immer wieder fröhliche Urstände feiern, was allerdings nicht ausbleiben kann, wenn die "Chatham House Roule" als Kernelement der Bilderberger dazu herhalten muß, dass in der Vergangenheit sogar Nachrichten über das bloße Stattfinden dieser Veranstaltung in den deutschen Medien nicht zu finden waren.

    Das scheint sich gerade zu ändern, wobei auffällt, dass Herr Matthias Nass, Premiumjournalist der ZEIT offenbar nicht mehr zuständig ist für die Themenauswahl der Treffen und nicht mehr als Mitglied des Lenkungsausschusses der Bilderberger aktiv ist.

  • vor 5 -10 jahren wurde noch vehemennt bestritten das es die gruppe überhaupt gäbe mit den komschen treffen ^^.. das war verschwörungstheorie.... erstaunlich ...^^

  • Sie ist sicher gerene gesehen: Hat sie doch den Rüstungskonzernen gerade einige Milliarden rübergereicht!

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