Geir Haarde
Islands Ex-Ministerpräsident angeklagt

Geir Haarde war amtierender Ministerpräsident, als das Finanzsystem des Landes kollabierte. Die Krise hätte verhindert werden können findet die isländische Justiz und erhebt deshalb Anklage.
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Reykjavik Der frühere isländische Ministerpräsident Geir Haarde muss sich wegen seiner Rolle beim Zusammenbruch des isländischen Bankensystems vor Gericht verantworten. Am Dienstag sollte die Anklage formell erhoben werden. Dem 60-jährigen Haarde wird vorgeworfen, nicht gehandelt zu haben, um die Krise zu verhindern, und nicht genug bei ihrer Bewältigung getan zu haben. Haarde hat alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Er ist der erste, der sich vor dem sogenannten Landsdomur verantworten muss, einem 1905 geschaffenen Sondergericht für Klagen gegen isländische Minister. Das isländische Parlament, das Althing, hatte im September für einen Anklage gegen Haarde gestimmt, weil er nichts gegen die Finanzkrise von 2008 getan habe, die zum Zusammenbruch der Wirtschaft und zum Sturz der Regierung führte. Klagen gegen drei weitere Regierungsmitglieder lehnte das Parlament aber ab.

Die Vorwürfe gegen ihn seien geradezu absurd, erklärte Haarde. Die Entscheidungen seiner Regierung vor der Bankenkrise hätten sich alle als richtig erwiesen. Das sei der „erste politisch motivierte Prozess in der Geschichte Islands“.

 

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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