Geisel-Krise
Israel bietet Gefangenenaustausch an

Nach dem Waffenstillstand mit den Palästinensern hat der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert erstmals einen Gefangenenaustausch angeboten. Er stellte auch wirtschaftliche Erleichterungen in Aussicht - falls die Palästinenser auf einige Bedingungen eingingen.

HB SDE BOKER. Olmert sagte in Sde Boker, er reiche die Hand zum Frieden. Er nannte eine ganze Reihe von wirtschaftlichen und sozialen Erleichterungen, wenn die Waffenruhe halte und die Palästinenser auf sein Angebot eingingen. Als Voraussetzung für Friedensgespräche verlangte er, dass eine künftige Einheitsregierung der Palästinenser Israel anerkenne, der Gewalt abschwöre und bisherige Vereinbarungen mittrage. Die derzeit regierende Hamas-Bewegung lehnt diese Bedingungen bislang ab und wird deswegen auch von der internationalen Gemeinschaft boykottiert.

Der Nahost-Friedensprozess ist seit Sommer 2000 unterbrochen. Kurz danach begann ein zweiter Aufstand der Palästinenser gegen Israel, in dem tausende Menschen getötet wurden. In der Geisel-Krise bot Olmert die Freilassung einer Großzahl von Häftlingen an, wenn palästinensische Extremisten den seit fünf Monaten entführten Soldaten Gilad Schalit freilassen. „Mit seiner sicheren Heimkehr ist die israelische Regierung bereit, viele palästinensische Häftlinge freizulassen, auch solche, die zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden“, sagte Olmert.

Der Gefreite wurde Ende Juni an der Grenze zum Gazastreifen entführt. Die Geiselnahme löste mehrere Groß-Offensiven Israels in dem Palästinenser-Gebiet aus, aus dem es sich im September vergangenen Jahres zurückgezogen hatte. Seit Sonntag gilt für den Küstenstreifen ein Waffenstillstand. Olmert und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas hatten zugleich die Hoffnung auf eine Ausweitung der Waffenruhe auf das palästinensische Westjordanland geäußert, das nach wie vor von Israel besetzt ist.

Der prekären Lage zum Trotz tötete die israelische Armee am Montag im Westjordanland zwei Palästinenser, darunter eine Frau. Die Soldaten seien in der Nähe von Dschenin unter Beschuss geraten, teilte die Armee mit. Sie hätten zunächst eine verdächtige Person erschossen, die sich der Patrouille genähert habe, und dann eine zweite, welche die Waffe des Getöteten aufgehoben habe. Palästinensische Krankenhausmitarbeiter sagten, es sei ein Extremist getötet worden sowie eine 50-jährige Frau, die ihm zur Hilfe geeilt sei.

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