Geiseldrama
Taliban verzögern Freilassung

Wechselbad der Gefühle in Südkorea. Erst durften die Angehörigen der in Afghanistan verschleppten Geiseln auf ein Zeichen des guten Willens der Taliban hoffen, nun müssen sie erneut bangen. Ein Sprecher der radikal-islamischen Rebellen zog das Versprechen, zwei schwerkranke Frauen der Gruppe feizulassen, wieder zurück. Danach folgte weitere Verwirrung.

HB KABUL. Ein Taliban-Sprecher sagte, die zwei Schwerkranken seien noch in den Händen ihrer Entführer. Über den Stand der Verhandlungen machte er unterschiedliche Angaben. Laut der Nachrichtenagentur Reuters sagte der Mann, es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Frauen freikämen. Derselbe Sprecher hatte am Vortag erklärt, die Geiseln seien bereits frei. Er hatte schon in der Vergangenheit teils widersprüchliche Angaben gemacht und dies später auf Kommunikationsprobleme mit den Taliban-Kämpfern geschoben.

Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap hieß es zunächst, die Taliban hätten ihre Zusage für eine baldige Freilassung komplett zurückgezogen. Die Anführer der Gruppe hätten entschieden, die beiden Frauen in ihrer Gewalt zu behalten, zitierte die Agentur den Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi. Warum die Taliban ihre Meinung geändert haben sollten, berichtet die Agentur nicht.

Die radikal-islamischen Rebellen planten nach wie vor, die beiden weiblichen Geiseln freizulassen, sagte Ahmadi der Agentur: „Aber der Zeitpunkt ist bisher noch nicht festgelegt worden.“

Die Taliban und Südkorea verhandeln seit Freitag direkt über eine Lösung. Sie sollten ihre Beratungen heute fortsetzen. Am 19. Juli waren insgesamt 23 Mitglieder einer südkoreanischen Kirchengruppe entführt worden. Zwei männliche Geiseln wurden später von ihren Entführern erschossen.

Neben den 21 Südkoreanern ist auch ein deutscher Ingenieur in der Hand von Rebellen. Er war einen Tag vor den Asiaten gemeinsam mit einem Kollegen entführt worden, der inzwischen von den Geiselnehmern getötet wurde. Ob hinter der Entführung des Deutschen auch die Taliban stecken, ist unklar. Zu seinem Schicksal gab es bis Sonntag keine neuen Informationen.

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