Geiseln im Irak
Merkel weist Forderungen der Entführer zurück

Nach dem mutmaßlichen Ablauf des Ultimatums ist das Schicksal der zwei deutschen Geiseln in Irak weiter ungewiss. Während die Bundesregierung weiter auf Kontakt zu den Entführern wartet, hat Angela Merkel deren Forderungen indirekt zurückgewiesen.

HB BERLIN. Es gebe keine Neuigkeiten über das Befinden der beiden deutschen Ingenieure, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Samstag in Berlin. Der Krisenstab werde am Mittag wieder beraten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte sich am Freitag in einer Fernsehbotschaft im arabischen Sender Al Dschasira eindringlich für die Freilassung der Verschleppten eingesetzt. Er wies auch darauf hin, dass die Bundesregierung immer noch keinen direkten Kontakt zu den Entführern habe. Auch Bundespräsident Horst Köhler und die Spitzenverbände der Wirtschaft appellierten, die Ingenieure Thomas Nitzschke und René Bräunlich freizulassen.

Die beiden waren am Dienstag voriger Woche verschleppt worden. In einem Video hatten die Geiselnehmer später ein Ultimatum gestellt und mit ihrer Ermordung gedroht, falls nicht politische Forderungen binnen 72 Stunden erfüllt würden. Sie verlangen, dass die Bundesrepublik ihre Kontakte zum Irak abbricht und ihre Botschaft in Bagdad schließt. Angela Merkel hat die Forderungen der Kidnapper indirekt zurückgewisen. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz sagte die Bundeskanzerlin, Deutschland werde weiter den Aufbau einer Demokratie im Irak unterstützen. Außerhalb des Landes würden Polizisten von deutschen Sicherheitskräften ausgebildet. Deutschland leiste erhebliche finanzielle Unterstützung.

Die Bundesregierung wollte nicht darüber spekulieren, wann die Frist begonnen habe und ablaufen könnte. Vom Zeitpunkt der Ausstrahlung an gerechnet ging sie Freitagabend zu Ende.

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