Geiselnahme auf Malta
Libysches Flugzeug entführt – alle Passagiere frei

Ein libysches Flugzeug ist auf einem Inlandsflug in die Fänge von Entführer geraten. Sie drohten damit, das Flugzeug in die Luft zu sprengen. Nach der Landung auf Malta durften nun alle Passagiere die Maschine verlassen.
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VallettaNach der Entführung einer libyschen Passagiermaschine nach Malta sind alle festgehaltenen Passagiere frei. Das teilte das maltesische Staatsfernsehen am Freitag mit, auf Fernsehbildern war auch zu sehen, dass niemand mehr das Flugzeug verließ.

Regierungschef Joseph Muscat meldete am Freitag auf Twitter, dass bislang 65 Fluggäste die Maschine verlassen hätten. Ob zuvor eine Einigung mit den mutmaßlichen Entführern erzielt wurde und alle 118 Menschen an Bord die Passagiermaschine verlassen durften, war zunächst nicht bekannt.

Die Türen der Passagiermaschine öffneten sich am Freitag um 13.44 Uhr. Anschließend wurde eine Treppe herangefahren, damit mehrere Passagiere von Bord gehen konnten. Ein Vertreter der betroffenen Fluggesellschaft Afriqiyah Airways, Serradsch al-Fituri, sagte dem Fernsehsender Al-Arabija, dass die zwei Entführer ihre Bereitschaft gezeigt hätten, Passagiere freizulassen. Sie wollten jedoch den Piloten festhalten – Medienberichten zufolge soll aber auch die Crew nicht mehr an Bord sein. Al-Fituri ergänzte, dass unter den Passagieren möglicherweise ein libyscher Abgeordneter sei. Er habe auf der Flugliste gestanden. Man wisse aber nicht, ob er den Flug auch wirklich angetreten habe.

Die Flughafenbehörde der Mittelmeerinsel hatte am Freitagmittag gemeldet, dass zwei Entführer die Maschine auf einem Flug zwischen den libyschen Städten Sabha und Tripolis in ihre Gewalt gebracht hätten. Das Flugzeug sei auf dem internationalen Flughafen des EU-Landes gelandet. Alle Flüge zu dem internationalen Flughafen wurden umgeleitet.

Der staatliche Fernsehsender TVM berichtete, dass die beiden Entführer Handgranaten bei sich hätten und drohten, die Maschine in die Luft zu sprengen. Details zu Forderungen der Angreifer oder ihrem möglichen Motiv gab es zunächst nicht.

Zuvor hatte Muscat auf Twitter geschrieben, dass es eine „mögliche Entführungssituation“ gebe. Dabei gehe es um einen libyschen Inlandsflug, der nach Malta umgelenkt worden sei. Sein Büro teilte mit, dass Muscat bereits mit dem libyschen Regierungschef Fajes Serradsch über den Zwischenfall gesprochen habe

Sabha liegt im Zentrum Libyens, die Hauptstadt Tripolis an der Mittelmeerküste. Der maltesische Flughafen befindet sich in der Nähe der Stadt Luqa und rund 350 Kilometer nördlich von Tripolis.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Geiselnahme auf Malta: Libysches Flugzeug entführt – alle Passagiere frei"

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  • Ja, ja immer die Pässe, Frau Ebsel.
    Die Pässe sind anscheinend das Problem und hoffenntlich wollen die 2 nicht nach D.

    Jo, is denn heut scho Woinachten?

  • Hoffenlich finden sich die verlorenen Pässe der Entführer noch im Flugzeug, sonst müssen wir ihnen zur Strafe eine Daueraufenthaltsgenehmigung verpassen.

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