Geiselnahme in einem Café
Terroralarm in Sydney

Ein Bewaffneter hat ein Café gestürmt und hält seit Stunden mehr als ein Dutzend Geiseln fest. Angeblich soll er noch mehrere Bomben in der Innenstadt platziert haben. Die Tat könnte radikalislamistisch motiviert sein.
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SydneyDie australische Anti-Terror-Polizei im Großeinsatz: Ein bewaffneter Geiselnehmer hat am Montag mehrere Menschen in einem Café in Sydney in seine Gewalt gebracht und hält sie seit mehr als acht Stunden fest. „Es handelt sich um mindestens einen bewaffneten Täter“, sagte Polizeichef Andrew Scipione am Montag bei einer Pressekonferenz. Fernsehsender berichten zudem, der Geiselnehmer habe zwei Bomben im Café und weitere zwei in dem Finanzdistrikt, in dem sich das Café befindet, versteckt. Die Polizei kommentierte das ausschließlich mit den Worten: „Wir konzentrieren uns dabei auf ein Gebiet.“

Nach Angaben von Premierminister Tony Abbott gab es Anzeichen für eine politisch motivierte Tat. „Dies ist ein sehr beunruhigender Vorfall“, sagte er. „Es ist zutiefst schockierend, dass unschuldige Menschen von einer bewaffneten Person als Geisel genommen werden, die ein politisches Motiv für sich beansprucht.“ Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es neben dem bewaffneten Geiselnehmer weitere Täter gebe.

Der Geiselnehmer habe laut der Nachrichtenagentur Bloomberg versucht, seine Forderungen öffentlich zu machen, indem er Geiseln habe zwingen wollen, per Telefon mit TV-Sendern zu sprechen und ein Video zu schicken. Die Polizei bat die Medien, nicht auf diese Anfragen zu reagieren.

Abbott, dessen Regierung Australiens Terroralarmstufe im September auf den höchsten Stand seit zehn Jahren angehoben hatte, rief das Nationale Sicherheitskomitee zusammen und forderte die Menschen auf, ruhig zu bleiben. Im September hatten Geheimdienstinformationen darauf hingedeutet, dass Extremisten des IS die Verschleppung und Enthauptung willkürlich ausgewählter Bürger in Australien planten. Dies wurde nach offiziellen Angaben in dem größten Anti-Terror-Einsatz der Geschichte des Landes verhindert.

Der Geiselnehmer war am Morgen in ein Café der Firma Lindt im Herzen von Sydney gestürmt, wie Augenzeugen berichteten. Der Mann zwang zwei Frauen, eine Fahne mit arabischen Schriftzeichen von innen an die Fenster zu pressen.

Der Schriftzug auf dem Banner war nach Angaben von Experten das muslimische Glaubensbekenntnis. Es gilt als die erste der fünf Säulen des muslimischen Glaubens. Es ist überall in der islamischen Welt verbreitet, unter anderem auf der grünen saudi-arabischen Flagge. Dschihadisten zeigen es auf schwarzen Flaggen.

Sie werde oft von Dschihadisten benutzt. Es handelte sich aber nicht um die Fahne der im Irak und in Syrien aktiven Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Bedeutung werde noch untersucht, sagte Scipione. „Wir prüfen noch, welche Motivation dahinter steckt. Wir wissen noch nicht, woher der Mann kommt.“

Polizei-Verhandler stünden jetzt in Kontakt mit dem Täter, sagte sie. „Das mag eine Weile dauern“, sagte die stellvertretende Polizeichefin Catherine Burn. Oberste Priorität sei es, den Zwischenfall friedlich zu beenden. Die Polizei sei noch dabei, Herkunft und Motivation des Mannes zu klären.

Fernsehsender filmten den Geiselnehmer durch ein Fenster des Cafés. Auf dem Video war ein Mann mittleren Alters mit grauem Bart und einem Kopftuch zu sehen, auf dem offenbar arabische Schriftzeichen standen Berichte des TV-Senders Channel 10, nach denen der Geiselnehmer gefordert hatte, mit Premier Abbot zu sprechen und eine Flagge des IS zum Café gebracht bekommen haben wollte, kommentierte die stellvertretende Polizeichefin Catherine Burn nicht.

Kommentare zu " Geiselnahme in einem Café: Terroralarm in Sydney"

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  • Wie sagte unser Ex-Bundesschmaro,......, äh, Ex-Bundespräsident Wulf immer: "Der Islam gehört zu Deutschland!"

  • Ich finde internationale Nachrichten auch spannend, aber eine vage Geiselnahme in Sydney als Aufmacher? Ist mir - sorry - völlig Wurscht.

  • Das ist nicht nur Wasser auf die Mühlen der Pegida,sondern für jeden DENKENDEN !! Menschen

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