Geiselnahme in Somalia
21 Tote nach Hotelbesetzung

Somalische Sicherheitskräfte befreien n ach mehr als zwölf Stunden ein von Terroristen besetztes Hotel in Mogadischu. Die Terrormiliz Al-Shabaab bekennt sich zu dem Anschlag, der mit einem Selbstmordattentat begann.
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MogadischuNach einem zwölfstündigen Nervenkrieg haben somalische Soldaten das von Kämpfern der radikalislamischen Terrormiliz Al-Shabaab gestürmte Hotel in Mogadischu wieder unter ihrer Kontrolle gebracht. Bei den Kämpfen starben mindestens 21 Menschen, darunter die sechs Angreifer, wie Polizeichef Mohamed Hussein am Samstag sagte. 28 weitere Menschen wurden verletzt.

Die Al-Shabaab-Kämpfer hatten das bei Regierungsbeamten und ausländischen Würdenträgern beliebte Maka-Mukarramah-Hotel am Freitag gestürmt. Einer der Angreifer zündete sein Sprengstoff beladenes Fahrzeug am Tor des Hotels und verschaffte damit seinen Komplizen Zugang zu dem Gebäude.

Dabei seien mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, sagte Hussein. Nachdem Sicherheitskräfte das Hotel gestürmt hatten, fanden sie weitere Leichen. Präsident Hassan Scheich Mohamud sagte, unter den Toten sei der Botschafter seines Landes in der Schweiz.

Die Bewaffneten hatten sich in dem Hotel verschanzt und immer wieder nach draußen gefeuert. Soldaten zielten mit ihren Gewehren auf die Fenster. Mindestens einer der Soldaten wurde blutüberströmt weggetragen. Später gelang es den Regierungstruppen, das Erdgeschoss des Hotels unter ihre Kontrolle zu bringen.

Wie viele Menschen sich in der Gewalt der Extremisten befanden, war unklar. Einige sprangen aus Fenstern des Hotels, um sich in Sicherheit zu bringen. Einer von ihnen sagte der Nachrichtenagentur AP, die Angreifer würden jeden töten, den sie fänden.

Die Al-Shabaab hatte Mogadischu 2007 erobert. Vier Jahre Später wurde die Miliz mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida von Truppen der Afrikanischen Union vertrieben. Sie verübt seitdem immer wieder Anschläge gegen Regierungs- und Militäreinrichtungen, aber auch auf Hotels, in denen Beamte und Ausländer verkehren. Bei einer Terrorattacke auf ein Einkaufszentrum nahe der kenianischen Hauptstadt Nairobi starben 2013 mindestens 67 Menschen.

Die Afrikanische Union versicherte, sie werde sich durch den Angriff nicht von ihren Zielen abbringen lassen. „Diese Aktion wird unseren Einsatz für das Allgemeinwohl Somalias nicht schwächen“, sagte AU-Botschafter Maman Sidikou. Stattdessen werde die AU ihre Anstrengungen im Kampf gegen Al-Shabaab verstärken.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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