Geiselnahme
Mehrere Ausländer im Irak entführt

In Bagdad haben Bewaffnete nach Angaben irakischer Sicherheitskreise mehrere Ausländer entführt. Das britische Außenministerium bestätigte die Verschleppung von fünf Briten.

BAGDAD/LONDON/BERLIN. Erste Berichte, dass drei Deutsche unter den Entführten seien, bestätigten sich bis zum Abend nicht. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin sind Deutsche aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von der Verschleppung betroffen.

„Wir können bestätigen, dass fünf britische Staatsangehörige bei einem Vorfall gegen 11 Uhr Ortszeit heute Morgen entführt wurden“, sagte eine Sprecherin des britischen Außenministeriums am späten Nachmittag. Vertreter der britischen Botschaft stünden in Kontakt mit irakischen Behörden, um die Krise zu lösen. Einer der Briten ist Angestellter der amerikanischen Management-Beratungsfirma BearingPoint. „Wir können bestätigen, dass einer unserer Mitarbeiter heute Morgen von seinem Arbeitsplatz verschleppt wurde“, sagte ein Sprecher von BearingPoint.

Nach Angaben aus irakischen Sicherheitsreise ereignete sich die Entführung auf der Palästina-Straße im Zentrum Bagdads. Unklar war zunächst, ob die Entführer ihre Geiseln auf der Straße oder aus dem Finanzministerium entführten, für das die verschleppten Ausländer gearbeitet haben sollen. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Iraq zitierte aus Sicherheitskreisen, Bewaffnete hätten ein Auto, „in dem Deutsche gesessen haben sollen“, zum Anhalten gezwungen.

Dann hätten sie ihre Geiseln in dem Wagen weggebracht. Zunächst hatte es geheißen, bei den Entführten handele es sich definitiv um Deutsche. Der britische Rundfunksender BBC berichtete, die in Kampfanzüge gekleideten Entführer seien mit dutzenden Polizeiautos über die Palästina-Straße vor dem Finanzministerium vorgefahren und ungehindert an den Wachen vorbei ins Ministeriumsgebäude gegangen, aus dem sie ihre Geiseln verschleppt hätten.

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