Geistliches Oberhaupt
Chamenei versetzt Opposition herben Schlag

Nach den seit Tagen anhaltenden Massenprotesten in Teheran hat sich der oberste geistliche Führer Ayatollah Ali Chamenei erstmals öffentlich geäußert. Chamenei sprach vor zahlreichen Menschen beim wöchentlichen Gebet in der Universität der Hauptstadt. Er bezeichnet die Präsidentenwahl als rechtmäßig und wies jeden Manipulationsvorwurf zurück.

HB TEHERAN. In seinem mit Spannung erwarteten Freitagsgebet bezeichnete Chamanei den Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad als klaren Sieger. Wahlfälschungen habe es nicht gegeben. Zugleich warnte er die Opposition, dass es bei anhaltenden Protesten zu Chaos und Blutvergießen kommen werde.

"Das Wahlergebnis wird an der Urne, nicht auf der Straße bestimmt", erklärte Chamenei vor Zehntausenden Gläubigen an der Universität Teheran, darunter auch Ahmadinedschad selbst. Die Proteste würden nicht dazu führen, dass die Führung illegale Forderungen der Kandidaten akzeptieren werde. An diese gerichtet sagte er: "Ich appelliere an sie, die Straßenproteste zu beenden - andernfalls sind sie für die Konsequenzen verantwortlich."

Bei den schwersten Unruhen seit der Revolution vor 30 Jahren sind nach offiziellen Angaben bis zu acht Menschen ums Leben gekommen. Die Opposition spricht von deutlich mehr Opfern. Die unterlegenen Kandidaten und ihre Anhänger werfen dem zum Sieger erklärten Ahmadinedschad Wahlbetrug vor und fordern Neuwahlen.

Chamenei rief die Iraner zur Ruhe auf. Dies sei es, was die Nation nun benötige, erklärte er am Anfang seines Freitagsgebets an der Universität Teheran. Chamenei erklärte, gerade in Zeiten der Unruhen biete die Religion Halt und zeige den Weg. Die Jugend müsse sich in diesen Zeiten der Religion zuwenden, um ihren Weg zu finden.

Chamenei sagte weiter, die Wahlen seien eine große Demonstration der Liebe der Iraner gegenüber ihrem Staat gewesen. Sie seien auch ein großartiges Beispiel für die Zusammenarbeit der Menschen im Iran und für ihr Verantwortungsbewusstsein gewesen. Chamenei betonte, seit 1979 habe es keine solche große Beteiligung bei einer Wahl gegeben. Die Wahl sei ein politisches Erdbeben gewesen, und es sei dabei natürlich, dass jeder an seinen Kandidaten glaube.

Chamenei erklärte überdies, es gebe "Dikaturen", und es geben Demokratien, die weit entfernt vom Glauben seien. Im Iran gebe es einen "dritten Weg". Er nannte in diesem Zusammenhang die Wahl ein Beispiel für Demokratie. Die Iraner hätten den Test bestanden, und der Iran habe der Welt gezeigt, was eine religiöse Demokratie sei. Die Feinde des Irans würden versuchen, das Vertrauen der Menschen in Wahlen zu unterminieren. Die Feinde des Irans hätten ihre Kampagne schon vor Monaten vor den Wahlen begonnen, sagte Chamenei. "Die Feinde der iranischen Nation wissen: Wenn es kein Vertrauen gibt, gehen die Leute auch nicht zur Wahl", so Chamenei.

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