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23.11.2008 
US-Kabinett

Geithner wird Obamas Finanzminister

Barack Obamas künftiges Kabinett nimmt Gestalt an. Nach Medienberichten sind drei wichtige Ressortposten vergeben. An der Wall Street sorgte vor allem der Kandidat für das Amt des Finanzministers für Aufregung. Das Außenministerium übernimmt aller Wahrscheinlichkeit nach Obamas ehemalige parteiinterne Rivalin Hillary Clinton.

Der Mann für die Finanzen: Timothy Geithner. Foto: rtrLupe

Der Mann für die Finanzen: Timothy Geithner. Foto: rtr

HB WASHINGTON. Der designierte US-Präsident Barack Obama will am Montag offiziell die Nominierung von Timothy Geithner als künftigen Finanzminister bekanntgeben. Wie ein Mitglied seines Stabes am Samstag sagte, soll dann auch Lawrence Summers als Wirtschaftsberater ernannt werden. Sowohl Geithner als auch Summers genießen in der Finanzwelt großen Respekt. Mit der offiziellen Nominierung bei einer Pressekonferenz am Montag könnte Obama den Finanzmärkten Zuversicht vermitteln.

Beide waren bereits als aussichtsreiche Kandidaten für die Posten gehandelt worden. Die Aussicht auf den New Yorker Notenbankchef Geithner als Finanzminister hatte bereits am Freitag die US-Börse beflügelt. Summers war schon einmal Finanzminister und könnte der „New York Times“ zufolge Anfang 2010 möglicherweise zum Nachfolger von Notenbank-Chef Ben Bernanke ernannt werden.

Am Samstag kündigte Obama ein ehrgeiziges Konjunkturprogramm an, um der kriselnden Wirtschaft auf die Sprünge zu helfen. Bis Januar 2011 sollten so 2,5 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden. Obama übernimmt am 20. Januar von George W. Bush das Amt des US-Präsidenten.

Nach Angaben der „New York Times“ vom Samstag hat sich die einstige First Lady Hillary Clinton (61) entschieden, als Außenministerin den höchsten Kabinettsposten zu übernehmen. Demnach wurden letzte Bedenken auf ihrer Seite am Donnerstag in einem Telefongespräch mit Obama ausgeräumt. „Sie ist bereit“, zitierte die Zeitung einen namentlich nicht genannten Clinton-Vertrauten.

Als zunehmend wahrscheinlich gilt auch, dass der ehemalige Nato-Oberbefehlshaber Jim Jones (64) nationaler Sicherheitsberater wird. Medienberichten zufolge ist mit einer offiziellen Bekanntgabe der Nominierungen im Bereich Sicherheit und Äußeres nach dem Feiertag Thanksgiving am kommenden Donnerstag zu rechnen, vermutlich am darauffolgenden Montag.

Außerdem soll der gegenwärtige Gouverneur von New Mexico und ehemalige Energieminister Bill Richardson (61) Handelsminister werden. Die beiden Nominierungen sowie die Wahl seiner wirtschaftlichen Spitzenberater im Weißen Haus will Obama dem Sender NBC zufolge persönlich bekanntgeben, um die Finanzmärkte zu beruhigen.

Geithner ist seit November 2003 Chef der Notenbank (Fed) in New York. Zuvor hatte er seit 1988 in drei Regierungen unter fünf Finanzministern verschiedene Funktionen ausgeübt. So war er von 1999 bis 2001 Abteilungsleiter für Internationale Angelegenheiten im Ministerium. Von 2001 bis 2003 war Geithner als Direktor für Politische Entwicklung beim Internationalen Währungsfonds tätig. Seit September arbeitet er bei der Bekämpfung der gegenwärtigen Finanzkrise eng mit dem derzeitigen Finanzminister Henry Paulson und US-Notenbankchef Ben Bernanke zusammen.

Über den Außenamtsposten für Hillary Clinton war seit Tagen spekuliert worden. Der „New York Times“ zufolge kam Obama nach der Wahl zu dem Schluss, dass er angesichts der großen außenpolitischen Herausforderungen eine Persönlichkeit von Clintons „Statur und Fähigkeiten“ in seinem Team benötige. Die Ex-First-Lady habe zunächst gezögert und vor einer Zusage noch einige Fragen klären wollen, hieß es weiter. Dazu habe etwa eine Zusicherung gehört, dass sie stets direkten Zugang zum Präsidenten haben werde. Nun habe sie ein gutes Gefühl, zitierte das Blatt Clinton-Vertraute.

Bereits in den letzten Tagen waren mehrere Personalentscheidungen bekanntgeworden, die allerdings noch offiziell bestätigt werden müssen. Außerdem muss der Senat sämtliche Nominierungen bestätigen. Nach bisherigem Stand wird voraussichtlich der Jurist Eric Holder neuer Justizminister. Der frühere demokratische Mehrheitsführer im Senat, Tom Daschle, soll Medienberichten zufolge das Gesundheitsressort leiten. Das Ministerium für Heimatschutz soll an die Gouverneurin von Arizona, Janet Napolitano, gehen. Als möglichen Innenminister nannte die „Washington Post“ zudem am Samstag den bisherigen Abgeordneten und Gastarbeiter-Sohn Raul Grijalva.

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