Geldbedarf in Italien
Monti schließt weitere Finanzhilfen nicht aus

Mario Monti will nicht ausschließen, dass Italien doch noch Geld aus dem Rettungsfonds ESM beantragen wird. Aktuell bestehe zwar kein Bedarf, aber es sei schwer zu sagen, dass „Italien niemals Hilfe benötigen wird“.
  • 7

Brüssel/RomItaliens Ministerpräsident Mario Monti hat nicht ausgeschlossen, dass sein Land eines Tages Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds benötigt. "Es ist sehr schwer zu sagen, dass Italien niemals Hilfe aus dem einen oder anderen Fonds benötigen wird, und Umsicht bringt mich dazu, nicht über solche Dinge zu sprechen", sagte Monti am Dienstag nach einem zweitägigen Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. Zugleich betonte er, dass die italienische Regierung derzeit keine Hilfen anfordern müsse.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte derweil, dass die italienische Wirtschaft trotz der "ambitionierten Bemühungen" Montis in der Eurokrise "verletzlich" bleibe. Sollte Italien von der Krise in der Eurozone angesteckt werden, drohten zugleich regionale und globale Auswirkungen, erklärte der IWF in einem Jahresbericht. Zwar seien die italienischen Banken "solide", aber noch immer in hohem Maße von der Europäischen Zentralbank abhängig. Für dieses Jahr rechnet der IWF mit einem Anstieg der Staatsverschuldung in Italien von 125,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Italien muss derzeit am Markt hohe Zinsen für seine Schuldscheine zahlen. Beim jüngsten EU-Gipfel in Brüssel hatte Monti Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Zustimmung abgerungen, dem neuen Rettungsfonds ESM auch den Aufkauf von Staatsanleihen zu erlauben, um so die Zinsen für angeschlagene Länder wie Italien oder Spanien zu senken und damit möglicherweise internationale Finanzhilfen abzuwenden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Geldbedarf in Italien: Monti schließt weitere Finanzhilfen nicht aus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich plädiere dafür, dass Deutschland zur Sanierung der maroden "West"-länder auch einen Rettungsantrag bei der EU stellt.

  • Wenn die EU neues Geld hat, wird man sich doch wohl bedienen dürfen. Hier wird ohne Bedarf umverteilt. Zum Nachteil Deutschlands. Und die deutsche Politik zieht den Kopf ein!

  • Man kann die Reichen nicht enteignen! Diese parken dann ihr Geld in Übersee oder gehen damit nach China! Man müsste die Enteignung Global durchführen. Das wird aber niemals passieren. Also werden die Reichen für die Schweinereien der Banken nicht zahlen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%