Gelder für Wiederaufbau: EU verspricht Palästinensern Millionenhilfe

Gelder für Wiederaufbau
EU verspricht Palästinensern Millionenhilfe

Die Palästinenser im Gazastreifen können auf eine großzügige Unterstützung aus Europa hoffen. Um das Leid der Menschen zu lindern, will die EU weitere 58 Mio. Euro zur Verfügung stellen. Auch Hilfsorganisationen bemühen sich um Hilfe. Doch gelang es ihnen nicht, einen Spendenaufruf im britischen Fernsehen zu platzieren.

HB TEL AVIV/GAZA. EU-Entwicklungskommissar Louis Michel kündigte die Millionenhilfe am Montag während eines Besuchs im Gazastreifen an, bei dem er sich ein Bild von der Zerstörung in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer machen wollte.

Von den EU-Geldern seien 32 Mio. Euro für die Linderung des Leids der Bevölkerung im Gazastreifen bestimmt. Weitere 20 Mio. Euro sollen in Hilfsprojekte im Westjordanland fließen. Die restlichen sechs Mio. Euro sollen an palästinensische Flüchtlinge im Libanon gehen.

Während eines Besuchs in den zerstörten Stadtteilen Gazas sagte Michel: „Das riesige Ausmaß der Zerstörung macht mich tief traurig.“ Die Zivilbevölkerung im Gazastreifen habe in den letzten Wochen „schreckliches und nie da gewesenes Leid“ erfahren. Bei der dreiwöchigen israelischen Offensive wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza mehr als 1400 Menschen getötet.

Unterdessen weigerte sich nach der öffentlich-rechtlichen BBC auch der britische Privatsender Sky News, einen Spendenaufruf für die Palästinenser im Gazastreifen auszustrahlen. Die Führung des Senders erklärte am Montag, eine entsprechende Entscheidung sei nach langen Überlegungen am Wochenende gefallen. Nur so könne Sky News seine Objektivität in der Berichterstattung über den Konflikt wahren.

„Unsere Verpflichtung als Journalisten besteht darin, alle Seiten einer Geschichte mit kompromissloser Objektivität zu erzählen“, sagte Sky-News-Direktor John Ryley. Nachrichtenchef Adrian Wells erklärte, der Sender verstehe die guten Absichten der Hilfsorganisationen. Allerdings seien alle Zuschauer von Sky News dank der ausführlichen Berichterstattung über das Leid der Menschen informiert.

Den Spot hatte eine Vereinigung von Hilfsorganisationen eingereicht, zu denen unter anderem Oxfam und das Rote Kreuz gehören. Andere Privatsender wie Channel 4, ITV und Five haben angekündigt, den Spendenaufruf zu senden. Bei der BBC gingen am Wochenende mehr als 10 000 Beschwerden ein, nachdem der Sender angekündigt hatte, den Spot nicht zu zeigen.

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