Gemäßigter Kommunist gewählt
Zwei Tote bei Anschlag in Nepal

Wenige Stunden vor der Wahl eines neuen Ministerpräsidenten sind in Nepal bei einem Anschlag zwei Menschen getötet worden. Die Explosion ereignete sich in einer katholischen Kirche bei Kathmandu. An dem Anschlag ist möglicherweise eine hinduistische Gruppe beteiligt. Neuer Ministerpräsident des Landes ist ein gemäßigter Kommunist.

HB KATHMANDU. Wenige Stunden vor der Wahl eines gemäßigten Kommunisten zum neuen Ministerpräsidenten sind in Nepal bei einem Anschlag zwei Menschen getötet worden. Bei der Explosion in einer katholischen Kirche in einem Vorort südlich von Kathmandu seien außerdem mindestens zwölf Menschen verletzt worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Bisher hat sich niemand offiziell zu der Tat bekannt.

Eine bisher kaum bekannte hinduistische Gruppe mit dem Namen Nepalesische Verteidigungsarmee hinterließ Flugblätter in der Nähe der Kirche. Darauf wurde gefordert, den Hinduismus als Staatsreligion wiedereinzuführen. Die über 200 Jahre alte Hindu-Monarchie wurde vor drei Jahren abgeschafft, nachdem ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg gegen maoistische Rebellen zu Ende gegangen war. Seitdem ist Nepal ein säkularer Staat.

Wenige Stunden nach dem Anschlag wurde der Kommunist Madhav Kumar Nepal vom Parlament zum neuen Ministerpräsidenten des asiatischen Landes gewählt. Vor drei Wochen war der maoistische Regierungschef Prachanda wegen eines Streits über die Entlassung des Armeechefs zurückgetreten. Der ehemalige Rebellenführer war im August 2008 zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Die Maoisten hatten die Wahl Nepals als Nachfolger Prachandas boykottiert. Da kein Gegenkandidat angetreten war, erklärte der Parlamentspräsident den 56-jährigen Nepal zum neuen Regierungschef. Die Maoisten verließen daraufhin die Versammlung.

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