Gemeinsam unschlagbar
China schmiedet Handelspakt mit Indien

Wandel durch Handel war die Losung des Westens im Umgang mit China. Jetzt macht sich das Reich der Mitte das Motto zu Eigen: Engere Wirtschaftsbeziehungen sollen das Verhältnis zum Rivalen Indien entkrampfen - und den Einfluss aus den USA entkräften. Doch die Wirtschaft des Subkontinents fürchtet Pekings Umarmung.
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NEU-DELHI. Am Mittwoch trifft Ministerpräsident Wen Jiabao mit 400 Wirtschaftsvertretern in Neu-Delhi ein. Dabei hat er Geschäftsabschlüsse über viele Milliarden Dollar. Zudem bietet er ein Freihandelsabkommen an, das die zwei bevölkerungsreichsten Länder der Welt zu einem Wirtschaftsraum verbinden würde.

Der Zeitpunkt des ersten Staatsbesuchs in Delhi seit fünf Jahren ist kein Zufall. Eine Serie politischer Konflikte hat zuletzt die Rivalität der beiden wachstumsstärksten Ökonomien Asiens um Ressourcen und geostrategischen Einfluss offenkundig gemacht. Und dann hatte im November US-Präsident Barack Obama in Delhi die indisch-amerikanischen Bande fester gezurrt - sehr zum Missfallen der Chinesen.

Delhi fürchtet starke Konkurrenz

Ziel von Wens Charmeoffensive: Peking empfiehlt sich Indien als der Wirtschaftspartner Nummer eins und will die US-Strategie durchkreuzen, den aufstrebenden Subkontinent als Gegengewicht zu China aufzubauen. Auf das chinesische Angebot, Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen aufzunehmen, haben indische Regierungsvertreter jedoch mit Ablehnung reagiert.

China ist Indiens wichtigster Handelspartner, das Volumen hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. Doch auch das indische Defizit in der Handelsbilanz mit dem Nachbarn wächst rasant: von einer Milliarde 2001 auf elf Milliarden Dollar in diesem Jahr. Ein Freihandelsabkommen werde das Ungleichgewicht verringern, betont Zhang Yan, Botschafter in Delhi.

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