Gemeinsame Erklärung des Zentralrats der Muslime, des Islamrats und der Türkisch-Islamischen Union
Deutsche Muslime fordern Freilassung italienischer Journalistin

Die muslimischen Verbände in Deutschland fordern die sofortige Freilassung der im Irak entführten Giuliana Sgrena. Eine Entführung von unbeteiligten Journalisten sei «nicht vereinbar mit den Werten des Islams», hieß es.

HB BERLIN. Die muslimischen Verbände in Deutschland haben die Entführung der italienischen Reporterin Giuliana Sgrena aufs Schärfste verurteilt und ihre sofortige Freilassung gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung riefen der Zentralrat der Muslime in Deutschland, der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland und die Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion die Muslime im Irak und in der ganzen Welt auf, sich gegen den Terrorismus und für die Freilassung der Journalistin einzusetzen.

Die Entführung von unbeteiligten Journalisten sei ein Verstoß gegen Kriegsrecht, Völkerrecht und Menschenrecht, kritisieren die Verbände. «Sie ist auch nicht vereinbar mit den Werten des Islams. Im Islam gibt es keine Entschuldigung für Terror und Gewalt gegen Unschuldige. Wer immer solche Taten verübt, findet im Islam keine Rechtfertigung.»

Giuliana Sgrena ist für die italienische Tageszeitung «Il Manifesto» und die deutsche Wochenzeitung «Die Zeit» im Irak tätig gewesen. Ihre Reportagen seien von tief gehender Sympathie für das irakische Volk gekennzeichnet, erklärten die muslimischen Verbände in Deutschland. «Ihre Solidarität als Journalistin gilt der leidenden irakischen Zivilbevölkerung, die im Zentrum vieler ihrer Reportagen stand.»

Sgrena war am Freitag in Bagdad entführt worden. Im Internet tauchten Bekennerschreiben von zwei verschiedenen Gruppen auf. Einen Beweis dafür, dass sie die Reporterin in ihrer Gewalt haben, lieferten beide Gruppen nicht.

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