Gemeinsame Erklärung Firmen protestieren gegen den Euro-Rettungsschirm

Mit einer Erklärung protestieren Deutschlands Familienunternehmer gegen die „der verantwortungslose Schulden-Politik“ der Bundesregierung. Europa verkomme zur Transferunion - und Deutschland trage die größte Last.
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Unternehmer Reinhold Würth gehört zu den prominentesten Unterzeichnern einer Erklärung gegen die Europa-Politik der Bundesregierung. Quelle: dpa

Unternehmer Reinhold Würth gehört zu den prominentesten Unterzeichnern einer Erklärung gegen die Europa-Politik der Bundesregierung.

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BerlinDeutschlands Familienunternehmer laufen einem Medienbericht zufolge Sturm gegen die Euro-Politik der Bundesregierung. In einer gemeinsamen Erklärung forderten sie die Abgeordneten des Deutschen Bundestages eindringlich auf, „der verantwortungslosen Schulden-Politik Deutschlands ein Ende zu setzen“, berichtet „Die Welt“ unter Berufung auf die „Berliner Erklärung“ der Firmen. Dazu wollten sie grundlegende Änderungen in den Verträgen zur Währungsunion erreichen. „Austritt und Ausschluss müssen möglich werden“, zitiert das Blatt aus dem Schriftstück. Die Stiftung Familienunternehmen versendet das Papier der Zeitung zufolge an alle Bundestagsabgeordneten. Das Papier sei von rund 100 Unternehmen unterzeichnet, die zusammen knapp 200.000 Mitarbeiter beschäftigen und pro Jahr rund 38 Milliarden Euro umsetzten. 

„Die Bundesregierung hat mit ihrer Euro-Rettungsschirm-Politik einen verhängnisvollen Weg eingeschlagen“, zitiert die Zeitung. Sie trage die Verantwortung, dass die mit Einführung des Euros beschlossene Obergrenze für die Staatsschulden nicht eingehalten worden sei und habe dazu beigetragen, der Europäischen Zentralbank ihre Unabhängigkeit zu nehmen. Mit der Rettung Griechenlands sei zudem die im Vertrag von Lissabon festgelegte „No-bail-out“-Klausel über Bord geworfen worden. Dieser Passus verbietet es, zur Lösung der Zahlungsprobleme eines Landes das Geld der Steuerzahler eines anderen Landes heranzuziehen. „Die Währungsunion ist seither eine Transferunion“, klagten die Unternehmer. Und die größte Last trage die Bundesrepublik. 

Ein prominenter Unterzeichner der „Berliner Erklärung“ sei der Unternehmer Reinhold Würth. Auch er spreche sich mit seiner Unterschrift dafür aus, den Austritt oder sogar den Ausschluss von einzelnen Defizit-Ländern zu ermöglichen. Schwarz sehe er für den Fall, dass der Euro-Raum komplett zerbräche. „Würden Griechenland und andere hoch verschuldete Euro-Länder zahlungsunfähig, würde vermutlich weltweit der GAU (größter anzunehmender Unfall) erreicht mit dem Konkurs vieler großer Geschäftsbanken“, sagte er. „In der Folge würde die Weltkonjunktur kollabieren, eine weltweite Währungsreform wäre denkbar und das Menetekel Erich Honeckers bei seiner Abreise ins Exil könnte durchaus wahr werden: Der Kommunismus ist nicht tot, er hat nur eine Schlacht verloren.

 

  • rtr
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28 Kommentare zu "Gemeinsame Erklärung: Firmen protestieren gegen den Euro-Rettungsschirm"

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  • Vielleicht liest die ein oder andere Firma (die sich am Protestbrief beteiligt hat) diese Kommentare und macht die Petition 18123 in ihrem Betrieb bekannt. Dann wären noch mal 200000 Arbeitnehmer angesprochen das Grundgesetz zu verteidigen und die Petition mitzuzeichnen. Oder die Firmen schalten Anzeigen und werben für Petition 18123. Hoffnung gibt es immer!

  • Da rollt eine Lawine auf uns zu, die bald niemand mehr aufhalten kann! Den Griechen ist nicht damit geholfen, wenn Sie im Euroland bleiben. Sie haben sich mit Lügen in die Währungsunion hineingeschummelt. Euroland ist damit überfordert, immer mehr Milliarden in die griechische Volkswirtschaft zu pumpen und muss entweder die Reissleine ziehen oder es wird scheitern.

  • Das sit mW von Theodor Körner

  • Der Kommunismus ist nicht tot, er hat nur eine Schlacht verloren.
    ...................

    Stimmt. Aber diese Niederlage wurde schnell wieder vergessen und man arbeitet fleißig an der DDR 2.0
    Die lupenreinen Demokraten die nach dem Mauerfall zuhauf angeblich in der DDR waren, haben doch schon gute Arbeit geleistet.
    Sie wußten und wissen, dass die Westdeutschen derart verblödet sind, dass die das gar nicht merken. Und die paar wenigen die es merken, werden als Rechtspopulisten abgewatscht und bekommen die Nazikeule um die Ohren.
    Dieses Spiel läuft doch seit der Wende.
    Nur unsere Presse hat offensichtlich noch eine schlechtere Ausbildung und Wissen als unsere Schulabgänger.
    Übrigens in Brandenburg sitzen seit Stolpe, der ja auch nicht so astrein war und Stasi-Verquickung hat, die alten Unrechtsrichter aus der DDR noch heute.
    Darüber wurde noch in keineer Zeitung berichtet

  • Die Motivation von Merkel ist doch völlig klar, ist doch absolut zu verstehen.
    Merkel will einen sozialistischen Zentral-Staat Europa und wenn sie immer noch mehr Geld gibt, hat sie alle im Griff und wird dann die große Staatsratsvorsitzende von Europa.
    Die weiß wie man es macht, die hat gut gelernt bei Honecker
    Demokratie war gestern, Sozialismus nach DDR-Vorbild ist die Zukunft.

  • Hannes sagt: Was die Regierungen Europas fiinanzpolitisch machen wird wohl tatsächlich richtig und wichtig sein, um das Finanzsystem zu retten - aber dieses System darf nicht gerettet werden, es muss endlich überwunden werden! Es ist so, als gäbe man einem Alkoholiker, dem der Schnaps ausgeht und er enfängt zu zittern, immer wieder neuen Schnaps, damit das Zittern aufhören möge. Die Sümpfe, in denen unsere Steuern verschwinden müssen endlich trockengelegt werden. Dank an die mittelständischen Familienunternehmer für die ehrliche Arbeit, die sie leisten und nun auch für ihre ehrlichen Worte.

  • Ex-Kanzler Schröder hat ja gleich nach der Wahl bei seinem legendären Auftritt in der Fernsehrunde am Wahlabend 2005 gesagt: "Die kann's nicht". Er hatte leider recht behalten. Während der großen Koalition fiel es nicht auf, weil alle anderen Minister ihren Job sehr gut gemacht haben. Erst während der schwarz-gelben Koalition fiel auf wie groß das Unvermögen und der pure Populismus der Regierenden, vor allem Merkel's, ist.

  • Wo kann ich den vollen Textentwurf fuer den Europaeischen Stabilitaetsmechanismus finden?

  • Ich gebe den Firmen Recht. Auch dem Steuersünder Würth gebe ich Recht, wenn er sagt dass Merkel das Geld des deutschen Steuerzahlers nicht nach Griechenland überweisen darf. Nur Würth widerspricht sich hier in diesem Artikel, wenn er sagt dass er schwarz sieht wenn Griechenland pleite geht. Er will nicht, dass Geld überwiesen wird und er will nicht, dass Griechenland pleite geht. Und das obwohl Griechenland bereits pleite ist. Wie kann es denn sein, dass dieses Land soviele Milliarden Euro verschlingt. Der Schlusssatz von Erich Honecker stimmt. Auch sein damals oft verkündeter Spruch: " Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf." Darum wundert es mich, die BRD eine von Honecker Ausgebildete zu ihrer Kanzlerin gemacht hat. Jetzt führt sie auch noch das DDR-Schulbildungssystem der Oberschule ein. Nicht dass ich das BRD-System für erhaltenswert halte. Aber es macht doch deutlich, in welcher rasenden Geschwindigkeit Frau Merkel die DDR über die BRD hereinbrechen lässt. Wir leben inzwischen schon in einer gesamtdeutschen DDR. Die Straßen sind marode, die Medien sagen nur noch das, was die Regierung erlaubt. Die Regierungspolitiker machen sich ein schönes Leben und den Städten u. Gemeinden fehlt das Geld. Alles schon mal erlebt. Jetzt soll mit der Energiewende die Wirtschaft der BRD komplett lahmgelegt werden. Das ist das Resultat, wenn man den verlängerten Arm Honeckers an die Macht bringt.

  • Handelsblatt: „Austritt und Ausschluss müssen möglich werden“, zitiert das Blatt aus dem Schriftstück. Die Stiftung Familienunternehmen versendet das Papier der Zeitung zufolge an alle Bundestagsabgeordneten.

    Nun - was moeglich werden muss, ist die Spekulanten und Hedgefonds zum "Austritt und Ausschluss" zu bewegen. Die verursachen die Krise naemlich. Millardaere wie Wuerth sind daran mitschuldig, denn sie investieren in Hedgefonds die genau jetzt mit CDS auf "Pleite Europeripherie" setzen. Das muss mal verboten werden.

    Wie CDS Spekulation im einzelnen geht, steht hier.

    http://eurogate101.com/2011/06/22/cds-einfache-erklarung-einfache-losung/

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