General Electric will mit Öko-Investitionen Geschäfte machen
US-Firmen entdecken den Klimaschutz

Das wertvollste Unternehmen der Welt bricht eine Lanze für den Umweltschutz. Jeff Immelt, Chef des amerikanischen Mischkonzerns General Electric (GE), startete gestern in Washington eine umfangreiche Investitions- und Marketingkampagne für einen sparsameren und umweltfreundlicheren Umgang mit der Natur.

NEW YORK. GE setzt sich damit an die Spitze einer Gruppe von international tätigen amerikanischen Konzernen, die ihre Regierung beim Schutz der Umwelt überholen wollen.

US-Präsident George W. Bush hat das Kyoto-Protokoll nicht unterschrieben, und auch im Kongress gibt es dafür keine Mehrheit. Es verlangt den Unterzeichnerstaaten ab, bis zum Jahr 2012 den Gesamtausstoß klimaschädlicher Treibhausgase um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu drücken. Amerikanische Firmen wie Ford, Dupont, Motorola und IBM haben sich jedoch selbst verpflichtet, den Ausstoß von Emissionen wie Kohlendioxid aus ihren Fabriken bis 2006 um vier Prozent zu reduzieren. Die Bush-Administration geht bislang davon aus, dass die Emissionen mit einer wachsenden Wirtschaft weiter steigen müssen. Firmenchefs fordern dagegen nationale Grenzen für den Ausstoß.

General Electric sagt jetzt zu, seine Emissionen in den nächsten sieben Jahren um ein Prozent zu verringern und die Effizienz des Energieeinsatzes im Konzern bis 2012 um 30 Prozent zu steigern. Das Unternehmen bleibt damit zwar hinter den Kyoto-Zielen zurück. Dennoch hält der Geist von Kyoto durch die Initiative von GE und anderen Firmen quasi durch die Hintertür Einzug auch in Amerika. „In der Energiepolitik sind die USA nicht führend. Hier ist uns Europa voraus“, sagte Immelt.

Konkret plant GE, seine Investitionen in umweltfreundliche Technologien bis 2010 auf 1,5 Mrd. Dollar zu verdoppeln. Im Kopf hat Immelt dabei sauberere Kohlekraftwerke, mit Dieselmotoren und Strom betriebene Lokomotiven und den sparsameren Umgang mit Wasser und Pestiziden in der Landwirtschaft. Begleitet wird die Kampagne unter dem Namen „Ecomagination“ mit mehrseitigen Anzeigen in den großen US-Zeitungen.

Bislang hat sich GE bei dem politi-schen Streitthema Umweltschutz eher zurückgehalten. Der Konzern hatte in den 60er-Jahren polychloriertes Biphenyl (PCB) in den Hudson River eingeleitet und war von Umweltschützern dafür an den Pranger gestellt worden. Immelt hat dieses Kapitel offensichtlich abgehakt. „GE sendet (mit seiner Initiative) eine starke Botschaft an den privaten und öffentlichen Sektor“, sagte Jonathan Lash, Präsident der Umweltschutzorganisation World Ressource Institute in Washington, dem „Wall Street Journal“.

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