Generalstreik
USA warnen vor Frankreich-Reisen

Hunderttausende Franzosen protestieren heute mit einem Generalstreik gegen die geplante Lockerung des Kündigungsschutzes. Bereits am Morgen kam es in Paris zu einem Verkehrschaos. Auch der Flugverkehr wurde beeinträchtigt. Das US-Außenministerium forderte Amerikaner zu erhöhter Vorsicht in Frankreich auf.

HB PARIS. Zu dem Streik haben Arbeitnehmervertreter und Studentenverbände aufgerufen. Der Generalstreik gilt als Höhepunkt wochenlanger Proteste gegen eine umstrittene Arbeitsmarktreform von Ministerpräsident Dominique de Villepin. Villepin beharrt trotz der wochenlangen Proteste auf seinem Gesetz zur Lockerung des Kündigungsschutzes für Berufseinsteiger. Am Montag rief er Studenten und Gewerkschaften zu neuen Gesprächen am Mittwoch auf, um die Krise zu überwinden.

Der eintägige Ausstand führte zu Behinderungen im Nahverkehr mehrerer Großstädte. Auf den Flughäfen von Marseille und Bordeaux fielen zahlreiche Flüge aus. Streikaufrufe gab es auch für die Schulen, Krankenhäuser und die Post. Landesweit waren 200 Kundgebungen geplant, die größte am Nachmittag in Paris.

Am Montagabend hatte der Vorsitzende der bürgerlichen Regierungspartei UMP, Innenminister Nicolas Sarkozy, indirekt Kritik an Villepin geübt. „Man kann standhaft sein, ohne starr zu sein, zuhören, ohne seine Überzeugungen aufzugeben, versöhnlich sein, ohne schwach zu sein“, sagte Sarkozy in Douai in Anspielung auf Villepins Weigerung, das Gesetz über eine zweijährige Probezeit für Berufseinsteiger unter 26 zurückzunehmen.

Sarkozy und Villepin sind Rivalen, beide gelten als Anwärter auf das Präsidentenamt. Aus Sarkozys Umfeld verlautete gestern, sein Auftritt in Douai sei eine Art erste Wahlkampfkundgebung. Rund 3000 Zuhörer verfolgten Sarkozys Rede auf dem Messegelände von Douai.

Unterdessen rief das amerikanische Außenministerium angesichts der geplanten Massenproteste die US-Bürger in Frankreich zu erhöhter Vorsicht auf. Sie sollten Menschenansammlungen meiden und besonders nachts aufmerksam sein, hieß es in einer Erklärung. Die Proteste gegen die Lockerung des Kündigungsschutzes seien auch in Gegenden, die häufig von Touristen besucht würden, in Gewalt umgeschlagen.

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