Genfer Gespräche
Atom-Verhandlungen mit Iran machen Hoffnung

Die Details blieben geheim, doch der Iran sorgte mit neuen Vorschlägen zur Lösung des Atom-Konfliktes für Optimismus beim Westen. Israel äußerte sich skeptisch und warnte vor zu großen Zugeständnissen.
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GenfDer Iran und die fünf UN-Vetomächte plus Deutschland (5+1) setzen am Mittwoch in Genf ihre Gespräche über das umstrittene Atomprogramm Teherans fort. Die Verhandlungen gelten als Bewährungstest für den Annäherungskurs des neuen iranischen Präsidenten Hassan Ruhani.

Mit neuen Vorschlägen sorgte der Iran für einen optimistischen Auftakt. „Die Atmosphäre war sehr gut und positiv, und beide Seiten sind ernsthaft an einer Lösung interessiert“, sagte der iranische Vize-Außenminister Abbas Araghchi am Dienstag vor Journalisten.

Die EU-Außenbeauftragte und Verhandlungsführerin Catherine Ashton erklärte: „Erstmals wurden am Nachmittag sehr detaillierte technische Diskussionen geführt.“ Der Westen will Sicherheiten, dass das iranische Atomprogramm friedlicher Natur ist und das Land nicht insgeheim Atombomben bauen lässt.

Die Vorschläge, die der Iran am Dienstag den Vertretern der sogenannten 5+1-Gruppe vorlegte, sollen vorerst geheimbleiben, sagte Vize-Außenminister Araghchi. Bis zum Nachmittag waren die Verhandlungen unterbrochen worden, um allen Beteiligten eine Prüfung der Vorschläge zu ermöglichen.

Nach Vorstellung des iranischen Außenministers und Delegationsleiters Mohammed Dschawad Sarif sollen sich die Unterhändler zunächst auf den weiteren Fahrplan einigen. Die Details sollten dann während eines weiteren Treffens auf Außenministerebene ausgearbeitet werden.

Dem Iran ist sehr an der Aufhebung der internationalen Sanktionen gelegen, die das Land in den vergangenen 20 Monaten in eine Wirtschaftskrise geführt haben. In dem Vorschlag werde das Recht des Irans auf ein friedliches Atomprogramm gefordert, aber auch die Sorgen der internationalen Gemeinschaft würden berücksichtigt, sagte Araghchi.

Als Beweis für seine friedlichen Absichten könne der Iran ein Dekret seines obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei offiziell bei der UN registrieren lassen. Dieser hatte jüngst erklärt, Herstellung und Nutzung von Massenvernichtungswaffen würden im Islam als absolut verboten angesehen.

Zugleich hatte Teheran noch vor dem Genfer Treffen rote Linien gezogen. So will die iranische Führung die Urananreicherung nicht stoppen. Zudem schließt Teheran eine Ausfuhr des bereits angereicherten Urans aus. Der Iran sei aber bereit, über Form und Menge der Urananreicherung zu verhandeln.

Israel warnte vor Beginn der Gespräche vor zu großen Zugeständnissen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, die internationale Gemeinschaft dürfe sich nicht auf ein Teilabkommen einlassen, ohne die vollständige Auflösung des militärischen Atomprogramms des Irans zu erzwingen. Israel fühlt sich durch mögliche iranische Atomwaffen in seiner Existenz bedroht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Genfer Gespräche: Atom-Verhandlungen mit Iran machen Hoffnung"

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  • " Israel fühlt sich durch mögliche iranische Atomwaffen in seiner Existenz bedroht."
    Und ich fühle den möglichen Frieden mit dem nahen Osten durch Israel bedroht.

    Hm, durfte ich das jetzt schreiben?

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