Gentechnik-Studie
Paris fordert EU-Verbot für Gen-Nahrung

Laut einer französischen Studie erkranken Tiere, die mit Gen-Nahrung gefüttert werden, häufiger an Krebs. Deshalb fordert Paris ein EU-weites Verbot bestimmter Nahrungsmittel. Deutschland lässt die Studie jetzt prüfen.
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Dijon/BerlinFrankreich will sich für ein Verbot bestimmter gentechnisch veränderter Lebensmittel in der EU einsetzen, sollten sich die jüngsten Erkenntnisse über mögliche Gesundheitsgefahren bestätigen. Das kündigte Frankreichs Premierminister Jean-Marc Ayrault am Donnerstag im ostfranzösischen Dijon an. Das Bundeslandwirtschaftsministerium lässt die französische Studie laut einer Sprecherin derzeit prüfen.

Der Studie zufolge sterben mit Genmais gefütterte Ratten jünger und erkranken deutlich häufiger an Krebs als Tiere, die herkömmliche Nahrung erhalten. Eine Arbeitsgruppe für gentechnisch veränderte Organismen in Nahrungsmitteln beobachtete 200 Ratten über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Ratten wurde mit Genmais der Sorte NK603 gefüttert. Der Mais des US-Agrarkonzerns Monsanto ist in der EU nicht zum Anbau, jedoch zur Verwendung in Tierfutter und Lebensmitteln zugelassen.

Ayrault sagte am Donnerstag, er habe "ein rasches Verfahren von einigen Wochen verlangt, um die wissenschaftliche Stichhaltigkeit dieser Studie zu überprüfen". In Deutschland prüfen das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Studie, wie die Ministeriumssprecherin sagte. Die Ergebnisse seien abzuwarten; dann entscheide sich, "ob Maßnahmen erforderlich sind und wenn ja welche". Ein Sprecher des BfR sagte, eine Arbeitsgruppe prüfe derzeit die inhaltlichen Aussagen und Methoden der Studie. Mit Ergebnissen ist demnach bald zu rechnen.

Monsanto selbst hatte am Mittwochabend erklärt, es sei noch zu früh für eine seriöse Einschätzung der Studie. Die Wissenschaftler des Unternehmens wollten sie prüfen, sobald sie ihnen vorliege. Mehr als 300 Studien hätten aber bereits gezeigt, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel so sicher seien wie nicht gentechnisch veränderte. Die französische Initiative für pflanzliche Biotechnologie erklärte, zahlreiche Haustiere auf der ganzen Welt würden seit 1996 mit gentechnisch verändertem Futter ernährt, und dies ohne Probleme.

Die EU-Kommission beauftragte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) damit, die Ergebnisse der Studie zu prüfen, und hofft nun auf eine Einschätzung der EU-Experten bis Jahresende, wie ein Sprecher sagte. Dafür müsste der Verfasser der Studie, der Franzose Gilles-Eric Séralini, der EU-Behörde seine Daten übergeben. Der Forscher sprach sich am Donnerstag in Brüssel jedoch gegen eine Überprüfung durch die EFSA aus. Es gebe einen "Interessenkonflikt", da die EFSA den Genmais NK603 schließlich auch zugelassen habe.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gentechnik-Studie: Paris fordert EU-Verbot für Gen-Nahrung"

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  • "dieser "Dreck" sind Pflanzen die gegen bestimmte Krankheiten, Schadstoffen oder Schädlingen resistent sind ."
    -------------------
    Sicher doch... Träumen Sie weiter...
    Inzwischen bilden die betroffenen Krankheiten oder Schädlinge, die man bekämpfen wollte die ersten Resistenzen...
    Merke: Mutter Natur hat in diesem Bereich auf Dauer immer die Nase vorn...
    Gegen den Hunger auf der Welt hilft übrigens, weniger Kinder in die Welt zu setzen!

    http://www.weltbevoelkerung.de/oberes-menue/publikationen-downloads/zu-unseren-themen/weltbevoelkerungsuhr.html

    Noch ein paar interessante Texte:

    http://www.planet-burgenland.at/2012/09/13/leberversagen-durch-den-verzehr-von-gentechnisch-verandertem-weizen/

    http://www.planet-burgenland.at/2012/08/06/zweite-studie-beweist-gentechnisch-verandertes-futter-macht-unfruchtbar/

    http://www.planet-burgenland.at/2012/06/24/texas-gentechnisch-verandertes-gras-totet-kuhe/

    http://www.planet-burgenland.at/2012/05/30/polen-verbietet-gen-mais-mon810-breite-front-gegen-gentechnik-in-europa/

    http://www.planet-burgenland.at/2012/05/01/fuhren-neue-gentech-saaten-direkt-zu-neuen-superunkrautern/

  • Man braucht es ja nicht zu verbieten, es würde vollkommen ausreichen wenn überall wo Genveränderte Produkte zum Einsatz kommen eine entspechend deutliche Kennzeichnung z.B. ein Großer roter Punkt mit GEN in der Mitte verfplichtend wäre. Der Kunde könnte dann selbst entscheiden was er will und dann würde dieser Aufwand für Monsanto und Konsorten sehr schnell unrentabel. Aber unsere Agrarministerin ist ja gegen eine eindeutige Kennzeichnung, wenn überhaupt kommt allenfalls ein Verschlüsselter Hinweis in Form einer E- Nummer auf die Verpackung.

  • @Ockhams_ Rasiermesser
    Wer Ag(g)ro-Gentechnik mit konv. Zucht und Auskreuzung vergleicht hat weder das eine noch das andere Verstanden - und sollte sich schleunigst ein anderes Pseudo zulegen!
    Wieso? Weil ich bis jetzt keine Fachliteratur gefunden habe, der die vertikale oder horizontale Ausbreitung über die Artengrenzen hinweg festgestellt hat! Es gibt Weltweit keine Pflanze, die sich auf "natürlichem wege" das BT-Toxin einverleibte - oder z.B. allgemein Tierische Proteinsequenzen! Das geschieht nur unter zuhilfenahme "veränderter" Stämme des Agrobacteriums Tumefaciens.
    Ebenfalls wiederlegt ist die These, dass dies gegen den Hunger in der Welt was nützen würde, denn a) ist dieser gewollt (Angebot - Nachfrage = Preisfestsetzung) und b) ein reines Verteilproblem (u.a. wegen a) ). Wers nicht glaubt sehe nach Indien.
    Meist "stehlen" die ach so Holden intelektuellen Prostituierten (auch Wissenschaftler genannt) altes Wissen (alte top angepasste Pflanzen), um dieses nachfolgend zu Patentieren und abzukassieren - unter dem Deckmantel der Humanität! Es gab in Indien einmal über 5000 sorten Reis, die perfekt an das herrschende Mikroklima angepasst waren. Dieses Wissen wurde aktiv und vorsätzlich seit den frühen 60ern vernichtet! Heute gibt es noch deren 3 (in Worten DREI), die Kommerziell angebaut werden - mit all den dadurch entstehenden Problemen.
    Weiter werden durch GVO Monokulturen nicht nur die Böden zerstört, sondern durch den Hemmungslosen Pestiziedeinsatz sämtliche "Nützlinge" (Vögel, Amphibien, Fische, Insekten etc.) vernichtet - und die Parasiten haben leichtes Spiel (siehe Brasilien)!
    Weiter dient GVO einzig und alleine den Monopolisten, via Saatgut den Menschen und die Staaten zu kontrollieren (siehe Aussagen von Hr. Stalin zum Thema Saatgut und dem "Ukrainischen Hunger").

    Es spricht nix dagegen, die Konventionelle Zucht mit den forensischen Möglichkeiten der Gentechnik zu erweitern. DAS würde wirklich nutzen!

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