Geoblocking beim Streaming
EU rüttelt an Zugangsbarrieren im Internet

Streaming im Urlaub? Wer Fernsehen vor allem übers Internet guckt, schaut auf Reisen oft in die Röhre. Zumindest für Videodienste könnten nun aber geografische Zugangsbeschränkungen in der EU fallen.

Brüssel„Aus lizenzrechtlichen Gründen ist der Service in diesem Land nicht nutzbar“: Auf dem Computerbildschirm auftauchendende Nachrichten wie diese bringen urlaubende Internetnutzer regelmäßig zur Weißglut. Die EU-Kommission will nun mit Vorschlägen für neue Regeln Abhilfe schaffen. Zumindest bereits bezahlte Online-Dienste sollen künftig grenzüberschreitend nutzbar sein. Fragen und Antworten zum Thema.

Worum geht es genau?
Die neuesten Serien, spannende Spielfilme oder Fußball-Übertragungen: Wer einen schnellen Internetzugang hat, bekommt heutzutage alle möglichen TV-Inhalte aus dem Netz. Zum Ärger vieler Nutzer können sogenannte Video-Streamingdienste derzeit allerdings nur selten grenzüberschreitend genutzt werden. Das heißt, im Urlaub oder auf der Dienstreise gucken Kunden in die sprichwörtliche Röhre. Und das auch, wenn sie Geld für Abonnements zahlen.

Ist das Internet nicht eigentlich grenzenlos?
Das ist nur in der Theorie so. Um zu erkennen, in welchen Land sich ein Internetnutzer aufhält, können Unternehmen die sogenannten IP-Adressen nutzen. Diese werden vom jeweiligen Verbindungsanbieter vergeben, der eine Länderkennung in den Zahlencode integrieren muss. Damit werden ein Rückschluss auf den Standort und damit auch eine geografische Zugangsbeschränkung zu bestimmten Inhalten möglich.

Was soll sich ändern?
Künftig sollen Reisende innerhalb der gesamten EU unterwegs den gleichen Zugriff auf ihre Musik, Filme, E-Books und Spiele haben wie Zuhause. Einzige Voraussetzung ist, dass sie nicht dauerhaft aus ihrem Herkunftsland umgezogen sind.

Bislang wurden immer lizenzrechtliche Bestimmungen als Grund für geografische Zugangsbeschränkungen („Geoblocking“) genannt. Ist das kein Thema mehr?
Aus Sicht der Brüsseler Behörde müssen Anbieter keine zusätzlichen Lizenzen erwerben, wenn sie Kunden mit festem Wohnsitz in ihrem Land einen grenzüberschreitenden Zugriff auf Angebote einräumen. Grundsätzlich gilt aber natürlich weiterhin: Wer Filme, Bücher oder andere Medien im Internet anbieten will, muss vom Rechteinhaber eine Lizenz erwerben. Wenn ein Streamingdienst für einen Hollywoodfilm nur die Lizenzrechte für Deutschland besitzt, darf er den Film nicht an Kunden in Großbritannien verkaufen oder verleihen.

Seite 1:

EU rüttelt an Zugangsbarrieren im Internet

Seite 2:

Keine höheren Kosten

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%